Arbeitslosigkeit: Experten erwarten wenig vom Herbst - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitslosigkeit Experten erwarten wenig vom Herbst

Die Wende auf dem deutschen Arbeitsmarkt lässt weiter auf sich warten. Im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen zwar zurückgegangen, doch der Vergleich zum Vorjahr lässt die Misere deutlich werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nürnberg - Insgesamt waren im Oktober rund 4,152 Millionen Menschen ohne Job - 222.000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Veränderung zum Vormonat - im September waren es noch 55.000 mehr - habe aber hauptsächlich saisonale Gründe, betonten Fachleute. Auch schlügen sich hier die neuen Sanktionsmöglichkeiten für offensichtlich unwillige Arbeitslose nieder. Die offiziellen Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit an diesem Donnerstag (6. November) in Nürnberg bekannt geben.

Keine Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung des Arbeitsmarktes sieht derzeit auch der Leiter der Abteilung Economic Research bei der Commerzbank, Ralph Solveen. "Bei den Oktoberzahlen wirken sich allenfalls die Hartz-Gesetze zur Arbeitsmarktreform aus", betonte der Analyst. Auch der im Herbst übliche Saisoneffekt spiele bei dem Rückgang eine Rolle. Deswegen erwartet Solveen auch bei der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl keine Veränderung.

Eine Minderheit unter den Fachleuten hielt am Mittwoch auch einen Stillstand der Arbeitslosenzahl bei rund 4,2 Millionen für möglich. Nach dem starken Rückgang im September sei nicht auszuschließen, dass im Oktober die übliche Herbstbelebung nur schwach ausfalle, hieß es im Umfeld der Bundesanstalt für Arbeit. Auch im Moment sei schwer abzuschätzen, wie stark im vergangenen Monat die Entlassungswelle gewesen sei.

Im September waren nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit 4.206.800 Männer und Frauen arbeitslos gewesen. Dies waren 107.400 weniger als im Monat davor, aber 265.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 10,1 Prozent. Im Westen hatten die Arbeitsämter 2.653.000 Jobsucher registriert, was einem Rückgang von 69.800 im Vergleich zum August entsprach. Im Osten ging die Zahl der Erwerbslosen um 37.600 auf 1.553.900 zurück. Damit lag die Arbeitslosenquote im Osten mit 17,8 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Westen mit 8,1 Prozent.