Arbeitslosigkeit: Höchste Mai-Quote seit drei Jahren - DER SPIEGEL
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Arbeitslosigkeit Höchste Mai-Quote seit drei Jahren

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Die von Arbeitsminister Walter Riester angekündigte Erholung lässt weiter auf sich warten.
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Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai um 77.600 auf 3.946.400 gesunken. Sie lag damit erstmals in diesem Jahr unter der Vier-Millionen-Marke, aber um 225.600 über dem Vorjahreswert, teilte die Bundesanstalt für Arbeit am Freitag in Nürnberg mit.

Die Arbeitslosenquote sank im Mai von 9,7 auf 9,5 Prozent. Das ist der höchste Mai-Stand seit drei Jahren. Vor einem Jahr hatte sie noch bei neun Prozent notiert. Die Arbeitslosigkeit liegt damit deutlich über den Erwartungen von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD).

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wie auch Riester hatten sich in den vergangenen Wochen überzeugt geäußert, dass die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen von 4,024 Millionen im April im Mai deutlich unter vier Millionen gesunken sei. Riester hatte bereits Mitte Mai gesagt, er erwartete "weit über 100.000" Arbeitslose weniger. Allerdings standen die SPD-Politiker mit ihren Prognosen nicht allein da: Auch Arbeitsmarktexperten hatten mit einem Rückgang um bis zu 150.000 gerechnet.

In Westdeutschland, so der "Bild"-Bericht weiter, seien mit 2,561 Millionen Menschen 41.500 weniger arbeitslos gemeldet gewesen als im April, in Ostdeutschland 1,385 Millionen (minus 36.200). Ein Rückgang der unbereinigten Arbeitslosenzahl ist im Mai typisch für die Jahreszeit, da mit der besseren Witterung die Beschäftigung in Branchen wie Gastronomie und Bauwirtschaft zunimmt.

Keine Erholung vor der Bundestagswahl

Der Vorstandschef der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, erwartet erst im vierten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Im dritten Quartal sei noch mit einer Stagnation zu rechnen, sagte Gerster am Freitag in Nürnberg anlässlich der Vorlage der Arbeitsmarktstatistik für den Monat Mai. Im vergangenen Monat wurde ein unerwartet starker Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 60.000 verzeichnet.

Die ungünstige Entwicklung im Mai führte Gerster unter anderem auf den Tarifkonflikt in der Baubranche und die vielen Feiertage zurück. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Arbeitsmarkt auf einen ungünstigeren Entwicklungpfad eingeschwenkt sei, fügte Gerster hinzu.