Arbeitslosigkeit Sommer bringt leichte Besserung
Nürnberg - Im Juni seien bundesweit knapp 4,75 Millionen Menschen als erwerbslos registriert gewesen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf erste Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Dies seien etwa 60.000 Arbeitslose weniger als im Mai gewesen. Allerdings liege die Zahl unverändert um rund 513.000 höher als vor einem Jahr.
Trotzdem zeichne sich ein Hoffnungsschimmer ab: Nach Angaben aus Kreisen der Bundesagentur habe sich der Stellenabbau im Juni verlangsamt. Die Nürnberger Bundesagentur stellt ihre Juni-Statistik offiziell am kommenden Donnerstag vor.
Regierung: Man muss auf die Details achten
Im Mai war die Zahl der Arbeitslosen bereits um 161.000 auf 4,8 Millionen Menschen zurückgegangen. Das waren 500.000 Menschen mehr als im Mai 2004. Die Bundesagentur und Beobachter hatten den Rückgang als "saisonbedingt" bezeichnet.
Regierungssprecher Bela Anda bezeichnete den "Bild"-Bericht als spekulativ und verwies darauf, dass die Juni-Zahlen auf Grund statistischer Änderungen im Zuge der Hartz-IV-Reform nicht direkt mit den Vorjahreswerten verglichen werden dürften. "Unterschlagen wird der statistische Effekt der Arbeitsmarktreform Hartz IV, auf den ein Großteil des Anstiegs zurückgeht", erklärte Anda in Berlin. Seit Inkrafttreten der Reform zum Jahreswechsel würden die Arbeitslosenzahlen auch rund 400.000 ehemalige Sozialhilfeempfänger umfassen, die bisher nicht in der Statistik auftauchten, obwohl sie ohne Arbeit waren.