Arbeitslosigkeit Trübe geht es in den Herbst
Nürnberg - Wie die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg mitteilte, stieg die Zahl der gemeldeten Erwerbslosen im September ingesamt auf 3.743.000, das sind 58.200 mehr als im gleichen Monat vor einem Jahr. Gegenüber dem August sank die Zahl zwar um 45.800. Dies war aber der schwächste Herbstaufschwung seit 1996.
Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, sagte bei der Bekanntgabe der Zahlen, die Entwicklung sei auf die anhaltende konjunkturelle Schwäche zurückzuführen. Diese mache sich nach wie vor besonders in den westlichen Bundesländern bemerkbar.
Die Arbeitslosenquote lag nun bei 9,0 Prozent, im August waren es noch 9,2 Prozent. Nach wie vor liegt der Prozentsatz der Arbeitslosen im Osten mehr als doppelt so hoch wie im Westen. Dort zählten die Arbeitsämter 2.421.800 Stellenlose, die Quote lag bei 7,2 Prozent. In Ostdeutschland waren 1.321.200 Menschen ohne Arbeitsplatz, das entspricht einem Anteil von 16,9 Prozent.
Anhaltspunkte dafür, dass sich die Terroranschläge in den USA im Berichtsmonat am Arbeitsmarkt nennenswert ausgewirkt hätten, gebe es nicht, ergänzte Jagoda. Fachleute hatten im Vorfeld vermutet, dass erst in den kommenden Monaten Einflüsse auf die Einstellungsbereitschaft festzustellen sein werden. Manche sehen bereits erste Hinweise auf eine zögernde Bereitschaft zur Anstellung neuer Mitarbeiter als Folge des Terrors.
Ende September habe es wieder etwas mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als noch nicht vermittelte Bewerber gegeben, teilte die Bundesanstalt weiter mit. "In den neuen Ländern übertraf die Zahl der nicht vermittelten Bewerber die der noch offenen Stellen aber deutlich."
Ende September seien in ganz Deutschland 24.500 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt gewesen. 20.500 Bewerber zählten nach Angaben der Bundesanstalt als noch nicht vermittelt. Jagoda rief Betriebe und Verwaltungen auf, frei werde Ausbildungsstellen umgehend zu melden.
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer hält unterdessen im Jahr 2002 eine leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit für möglich - bei ebenso leichter Zunahme der Beschäftigung. Wegen der derzeit ungünstigen Lage am Arbeitsmarkt forderte sie aber, den zugesagten Bundeszuschuss für die Bundesanstalt für Arbeit von 1,2 Milliarden Mark um 2,5 Milliarden Mark aufzustocken.