Arbeitslosigkeit: Wirtschaftsforscher erwarten Anstieg - DER SPIEGEL
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Arbeitslosigkeit Wirtschaftsforscher erwarten Anstieg

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass im Herbst die Arbeitslosenzahlen erstmals wieder höher liegen als im Jahr zuvor. Spätestens im Oktober werde die Zahl der Arbeitslosen den Vorjahreswert übertreffen.
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München - Auch für das Jahresende rechnen die Ifo-Forscher mit höheren Arbeitslosenzahlen als Ende 2000 mit 3,8 Millionen, berichtete die "Berliner Zeitung". Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei gestoppt, sagte der Konjunkturexperte Willi Leibfritz. Zuletzt hatte die Arbeitslosigkeit im April 1998 über Vorjahresniveau gelegen. Seitdem war sie ständig gesunken.

Seit Mitte 2000 sei das Wirtschaftswachstum so schwach gewesen, dass es kaum Impulse für zusätzliche Beschäftigung gebracht habe. Leibfritz warnte vor diesem Hintergrund die Gewerkschaften vor hohen Tarifabschlüssen. Wenn die "Lohnrunde 2002 daneben geht, sind die Arbeitnehmer die Leidtragenden", sagte der Experte. Dann würde sich der Druck zu Rationalisierung und Stellenabbau verstärken.

Der Wirtschaftsweise Horst Siebert forderte in derselben Zeitung Reformen des Arbeitsmarktes. Man habe "nichts am Regelwerk getan, was die Unternehmen zu einer stärkeren Nachfrage nach Arbeitskräften veranlassen" würde. Im Gegenteil habe die Bundesregierung mit der Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes "rückreguliert". Siebert forderte, dezentrale Lohnfindungen und Abweichungen vom Tarifvertrag zu ermöglichen. Das vorerst gescheiterte VW-Beschäftigungsmodell 5000 mal 5000 wäre das richtige Signal gewesen.

Volkswagen wollte mit einem Sondertarifvertrag in Wolfsburg und Hannover 5000 neue Mitarbeiter zu einem Monatsverdienst von pauschal 5000 Mark brutto auf drei Jahre befristet einstellen. Die Verhandlungen waren daran gescheitert, dass die IG Metall die von VW geforderte Arbeitszeit bis zu 42,5 Stunden ablehnte. Die Gewerkschaft befürchtet ein Unterlaufen der bestehenden Tarifverträge. Eine längere Arbeitszeit würde nach ihrer Ansicht langfristig die Arbeitslosigkeit erhöhen.