Arbeitsmarkt: 43.000 Lehrstellen fehlen - DER SPIEGEL
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Arbeitsmarkt 43.000 Lehrstellen fehlen

Nicht nur die drastisch steigende Arbeitslosigkeit bereitet der Bundesregierung Sorge. Auch das Angebot an Lehrstellen deckt bei weitem nicht mehr den Bedarf.
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Berlin - Die Zahl betrieblicher Lehrstellen sei im diesjährigen November im Vergleich zum November vorigen Jahres um fast 15 Prozent zurückgegangen, hieß es in informierten Kreisen. Bundesweit gebe es derzeit über 43.000 mehr Lehrstellenbewerber als offene Ausbildungsplätze. Diese Bilanz werde der Vorstandschef der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, am Mittwoch bei der Vorlage der Arbeitslosenzahlen für November vorstellen.

Die rechnerische Ausbildungslücke sei deutlich höher als im Vorjahr, als die Lehrstellenbilanz als nahezu ausgeglichen galt, hieß es weiter. Im November 2001 habe die Lücke rund 5500 fehlende Lehrstellen betragen.

In Regierungskreisen wurde das sinkende Ausbildungsplatzangebot der Wirtschaft angelastet. Die Arbeitgeber würden zunehmend ihrer Verpflichtung zur Qualifikation von Fachkräften nicht mehr gerecht, hieß es.

Das Minus resultiere vor allem aus einem deutlichen Rückgang betrieblicher Ausbildung im Westen Deutschlands, wenngleich dort noch ein leichter Angebotsüberhang zu verzeichnen sei, hieß es weiter. Im Osten Deutschlands fehlten dagegen über 50.000 Lehrstellen. Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) stehe daher mit ostdeutschen Ländern in Gesprächen, die Zahl der Plätze im Ausbildungsprogramm Ost zu erhöhen. Nach Angaben aus der Bundesanstalt für Arbeit waren im November rund 228.400 offene Ausbildungsstellen gemeldet, denen 271.800 noch unvermittelte Bewerber gegenüber standen.

Wie Reuters aus informierten Kreisen erfuhr, stieg die Zahl der Arbeitslosen im November unerwartet deutlich saisonbereinigt um 35.000 Erwerbslose. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen legte den Angaben zufolge im Vergleich zum Oktober um 96.000 auf 4,026 Millionen Erwerbslose zu. Ihre Zahl könnte im Februar 2003 den Angaben zufolge die Marke von 4,5 Millionen überschreiten.