Arbeitsmarkt Dauerhaft 3,5 Millionen Arbeitslose?
Hamburg - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sagte der "Welt am Sonntag", selbst ein hohes Wirtschaftswachstum und ausgelastete Kapazitäten würden diese Sockelarbeitslosigkeit nicht beseitigen. Im Januar dieses Jahres waren fast 4,3 Millionen Erwerbslose gemeldet.
Nach Einschätzung des scheidenden Vorsitzenden des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, Herbert Hax, "würde ein großer Teil der Arbeitslosen auch dann keine Stelle finden, wenn wir eine Hochkonjunktur hätten. Schon heute können trotz hoher Arbeitslosigkeit viele Stellen nicht besetzt werden." Hax kritisierte mangelnde Eigeninitiative. "Alle Qualifizierungsangebote nützen nichts, wenn die Arbeitslosen nicht bereit sind, diese anzunehmen."
Sorgen bereitet den Volkswirten vor allem die wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland. Es sei eine dramatische Entwicklung, "dass die neuen Länder selbst während der konjunkturellen Erholung zurückbleiben", sagte Zimmermann. Es werde noch Jahrzehnte dauern, bis die Arbeitslosigkeit in Ost und West auf einem Niveau seien. Auch nach Einschätzung von Hax ist in naher Zukunft nicht mit einer spürbaren Entlastung auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt zu rechnen.