Arbeitsmarkt: Deutschland bei offenen Stellen Spitzenreiter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitsmarkt Deutschland bei offenen Stellen Spitzenreiter

Nirgendwo in Europa sind so viele Stellen vakant wie in Deutschland - trotz hoher Arbeitslosigkeit. Der Bundesagentur gelinge es nur unzureichend, Jobsuchende und Jobanbieter zusammenzubringen, so das Institut der deutschen Wirtschaft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Köln – Im Mai hatte die Bundesagentur für Arbeit mehr als 560.000 Stellenangebote in ihren Computerverzeichnissen. Das waren 120.000 mehr als noch vor einem Jahr. Nach Auffassung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ein Beleg dafür, dass der Aufschwung der Konjunktur auch Deutschland erfasst. Allerdings habe die Bundesagentur hierzulande ein Vermittlungsproblem: Es gelinge nur "sehr zögerlich", Arbeitssuchende auf freie Stellen zu vermitteln.

Unter den 560.000 Stellenangeboten seien rund 160.000 Jobs, die von der Arbeitsagentur gefördert werden, wie etwa 1-Euro-Jobs. Übrig blieben immer noch 400.000 "echte" Stellenangebote: Ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Da das Vertrauen der Unternehmen in die Bundesagentur gering ist und den Arbeitsagenturen durchschnittlich ohnehin nur jede dritte freie Stelle gemeldet wird, geht das IW von gegenwärtig 1,3 Millionen unbesetzten Arbeitsstellen in Deutschland aus.

Dabei wurde den Job-Centern der Bundesagentur zwischen Januar und Mai rund eine Million neue Stellen gemeldet, zwei Millionen Arbeitsplätze wurden anderswo angeboten, zum Beispiel im Internet oder in Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Gleichzeitig hätten drei Millionen Arbeitssuchende bei den Arbeitsagenturen erstmalig vorgesprochen - rein rechnerisch seien Angebot und Nachfrage zumindest bei den Neuzugängen ausgeglichen.

Das IW bemängelt nicht nur eine "unvollkommene Vermittlung" der staatlichen Stellen, sondern auch eine "geringe Mobilität" von arbeitssuchenden Menschen. Das Institut verweist auf das Beispiel Großbritannien, wo die Vermittlung zwischen Jobanbietern und Jobsuchenden besser funktioniere.

itz/mm.de

Mehr lesen über