Arbeitsmarkt: Gehalt meist keine Verhandlungssache - DER SPIEGEL
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Arbeitsmarkt Gehalt meist keine Verhandlungssache

Arbeitszeiten, Gehalt und Dienstwagen: Wer sich um eine Stelle bewirbt, kann seinen Vertrag häufig weniger aushandeln als bisher angenommen. Die besten Karten gegenüber dem Arbeitgeber haben Akademiker - und Mitarbeiter von kleinen Betrieben.
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Düsseldorf - Stellenbewerber können nur sehr selten Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitsverträge nehmen, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung heute mit. Das habe eine Befragung von gut 1000 Personalverantwortlichen aller Wirtschaftszweige und Betriebsgrößen Anfang 2007 ergeben.

Die besten Karten bei Änderungswünschen haben nach den Ergebnissen der WSI-Studie Fachhochschul- und Hochschulabsolventen. Bei der Einstellung von Akademikern hätten 43 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren die Arbeitsverträge immer, meistens oder in etwa der Hälfte der Fälle geändert. Diese höher Qualifizierten machen nach Angaben des WSI aber lediglich gut 14 Prozent aller abhängig Erwerbstätigen aus.

Bei der Einstellung von Nicht-Akademikern hätten dagegen nur 25 Prozent der befragten Betriebe Arbeitsverträge immer, meistens oder in etwa der Hälfte der Fälle geändert. Bei zwölf Prozent der Betriebe sei dies selten der Fall gewesen. Die Mehrheit von 60 Prozent der befragten Personalverantwortlichen habe angegeben, Arbeitsverträge würden bei der Einstellung nie geändert. Kleinbetriebe (bis 19 Beschäftigte) verhandeln nach Angaben des WSI häufiger über die Inhalte von Arbeitsverträgen als Großbetriebe.

Bei Nicht-Akademikern habe es in mehr als jedem vierten Kleinbetrieb häufig Änderungen an Arbeitsverträgen gegeben. Das sei nur in zwei Prozent der Großbetriebe (ab 200 Beschäftigte) der Fall gewesen. Bei Akademikern habe es in jedem zweiten Kleinbetrieb und mehr als jedem fünften Großbetrieb häufig Änderungen an Arbeitsverträgen gegeben.

Großbetriebe halten sich nach der Einschätzung des WSI häufig an Standardverträge, die meist nicht aufgeschnürt würden. Diese Betriebe seien zudem in der Regel auch tarifgebunden, so dass eine Reihe von Rahmenbedingungen bereits dadurch gegeben seien. Ganz oben bei den Änderungen an Arbeitsverträgen stehe das Gehalt. Danach kämen dann alle anderen Fragen von der Arbeitszeit bis hin zum Dienstwagen.

sam/dpa