Arbeitsmarkt Im Westen geht es aufwärts
Nürnberg - Im Dezember waren 4,047 Millionen Menschen ohne Job und damit 146.500 mehr als im November. Doch im Vergleich zum Dezember 1998 sank die Zahl um 150.100 Arbeitslose, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch. Die Arbeitslosenquote stieg von 10,0 auf 10,3 Prozent.
Bernhard Jagoda, sagte, die Zahl der Arbeitslosen sei für die Jahreszeit vergleichsweise niedrig und allein aus saisonalen Gründen gestiegen. Für den Westen machte er sogar eine gesamtwirtschaftliche Besserung des Arbeitsmarkts aus.
Laut Bundesanstalt stieg die Zahl der Erwerbslosen in den alten Bundesländern im Dezember um 86.400 auf 2.690.000 (Quote 8,6 Prozent). In den neuen Bundesländern wurden 1.357.200 Menschen ohne Job gezählt. Das waren 60.200 mehr als im Vormonat (Quote 17,7 Prozent).
Die Opposition im Bundestag warf der rot-grünen Regierung vor, in Sachen Arbeitslosigkeit versagt zu haben. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Hermann Kues, sagte: "Rot-grün hinterlässt deutliche Bremsspuren auf dem Arbeitsmarkt." Der FDP-Vize Rainer Brüderle sprach von einer unerträglich hohen Arbeitslosigkeit. Die Bundesregierung blende bei ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik die Belange der Arbeitslosen aus. Auch die PDS kritisierte die Bundesregierung. Sie habe den Osten endgültig abgeschrieben, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heidi Knake-Werner.
Die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Thea Dückert, sieht keinen Anlass die Politik der Koalition in Frage zu stellen. Ganz im Gegenteil: die Lage am Arbeitsmarkt im Westen habe sich 1999 anhaltend gebessert. Ganz anders sehe es im Osten aus. Forderungen der Opposition nach einem weiteren Abbau arbeitsmarktpolitischer Hilfen für die neuen Länder seien deshalb fehl am Platze.