Arbeitsmarkt Krankenstand auf Rekordtief
Berlin - Es sind nicht einmal zwei Krankheitstage: Nur 3,4 Prozent ihrer Soll-Arbeitszeit haben Arbeitnehmer in den ersten drei Monaten diesen Jahres ausfallen lassen, berichtete die "Welt". Die krankheitsbedingten Fehlzeiten seien damit von Januar bis März 2008 um 8,6 Prozent oder 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen, hieß es unter Berufung auf Statistiken des Bundesgesundheitsministeriums. Die Fehlzeiten in den ersten drei Monaten 2008 entsprächen 1,9 Arbeitstagen.
Frauen waren laut "Welt" mit 3,6 Prozent der Sollarbeitszeit häufiger krank als Männer mit 3,3 Prozent. Die Statistik des Gesundheitsministeriums erfasst die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer. Die Zahl der Krankenstände ist in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen und hatte 2007 ein Rekordtief von 3,21 Prozent der Sollarbeitszeit erreicht.
Arbeitsmarktforscher zeigten sich laut "Welt" überrascht von der Entwicklung der Krankenstände. In den vergangenen Jahrzehnten seien die Fehlzeiten bei sinkender Arbeitslosigkeit regelmäßig angestiegen, jetzt aber fallen sie - obwohl die Zahl der Arbeitslosen immer geringer wird. Nach Meinung der Arbeitsmarktexperten liege das an der weiter bestehenden Angst vor Jobverlust.
Insgesamt sinken die Krankmeldungen bei Arbeitnehmern seit Jahren. Das liegt neben der Angst vor Arbeitsplatzverlust an einer Verjüngung der Belegschaften, der gestiegenen Beschäftigung von Teilzeitarbeitern und einer bessere Gesundheitsvorsorge. Hinzu kommt, dass der Arbeiteranteil in Industrie und Bau mit schwerer körperlicher Beschäftigung deutlich gesunken ist.
sam/AFP