Arbeitsmarkt-Studie: Ältere am Arbeitsmarkt sehr gefragt - DER SPIEGEL
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Arbeitsmarkt-Studie Ältere am Arbeitsmarkt sehr gefragt

Das Kombilohnmodell von Arbeitsminister Franz Müntefering zu Verbesserung der Chancen für ältere Arbeitnehmer ist womöglich teurer Unsinn. Einer Studie zufolge haben Ältere größere Chancen bei der Besetzung von freien Stellen als ihre jüngeren Konkurrenten.
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Berlin - Bei fast der Hälfte aller Stellen, für die sich ältere Arbeitnehmer bewarben, hätten die über 50-Jährigen den Zuschlag bekommen, stellt die Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fest, über die die "Berliner Zeitung" berichtet.

Die Studienergebnisse aus den Jahren 2004 und 2005 beziehen sich der Zeitung zufolge auf das so genannte IAB-Betriebspanel - eine repräsentative Befragung von mittlerweile fast 16.000 Betrieben aller Branchen und Größen. Die Firmen gaben an, dass bei der Besetzung von freien Stellen in 74 Prozent der Fälle gar keine Bewerbungen von Personen über 50 Jahre vorlagen. Bei 26 Prozent bewarben sich Ältere. In zwölf Prozent aller Fälle wurden sie eingestellt.

Großunternehmen bestimmten zwar die öffentliche Wahrnehmung, aber vor allem kleine und mittlere Firmen hätten wenig Scheu, Ältere einzustellen, sagte IAB-Arbeitsmarkt-Experte Lutz Bellmann der Zeitung. Dort würden die Erfahrungen der über 50-Jährigen sehr geschätzt. Allerdings könnte die Entlohnung in diesen Betrieben nicht so lukrativ sein wie in Großunternehmen.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Bundesagentur, Peter Clever, sagte: "Die Studie zeigt, dass die gefühlte Chancenlosigkeit Älterer so gar nicht stimmt. Bewerbungen sind nicht umsonst, da offenbar in kleinen und mittleren Betrieben das Alter als Einstellungsgrund keine oder nur eine geringe Rolle spielt." Die Zurückhaltung Älterer bei Bewerbungen ist laut Studie völlig verkehrt. Von den 74 Prozent der Betriebe, in denen keine Bewerbungen Älterer vorlagen, hatte nur ein verschwindend kleiner Teil die freien Stellen mit einer Altersbegrenzung versehen.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hatte Mitte der Woche eine Initiative vorgestellt, die die Chancen älterer Arbeitsloser auf eine neue Stelle erhöhen soll. Menschen, die älter als 50 Jahre sind, sollen demnach einen Lohn-Ausgleich erhalten, wenn sie nach Arbeitslosigkeit eine niedriger bezahlte Arbeit annehmen.

mik/ddp

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