Arbeitsmarktreform Schon mehr als 900.000 neue Minijobs
München - Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen der Regierung und der zuständigen Behörden. In Deutschland gebe es jetzt insgesamt etwas mehr als sechs Millionen solcher Jobs, die mit maximal 400 Euro entlohnt werden und für die Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei sind. Seit der Minijob-Reform müssen Arbeitgeber pauschal 25 Prozent Sozialabgaben und Steuern zahlen, in Privathaushalten 12 Prozent.
Allerdings wirke sich die Reform kaum positiv auf die Arbeitsmarktstatistik aus. Die meisten neuen Minijobs seien entstanden, weil bereits voll beschäftigte Arbeitnehmer sich einen Nebenverdienst gesichert hätten, schreibt die Zeitung. Zudem blieben jene Arbeitnehmer, die nur einem Minijob nachgehen, im Normalfall arbeitslos gemeldet. Darüber hinaus hätten die Sozialkassen einen Millionenverlust verzeichnen müssen, dessen genaue Höhe sich noch nicht feststellen lasse.
Die Bundesanstalt für Arbeit (BA) habe die Minijobs nach alter Regel zuletzt im vergangenen Herbst gezählt. Damals habe es rund vier Millionen geringfügige Jobs gegeben. Die Differenz bis Ende Juni dieses Jahres belaufe sich also auf zwei Millionen Arbeitsverhältnisse. Mehr als die Hälfte der Jobs hätten aber schon vorher existiert und seien aus statistischen Gründen nicht erfasst worden.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt beziffere die tatsächlich neu entstandenen Jobs auf 930.000, schreibt die Zeitung weiter. Die meisten neuen Beschäftigungsverhältnisse sind dem Bericht zufolge in den Bereichen Handel, Gastronomie und Tourismus entstanden.