Arbeitsmarktreformen: Hundt fordert weniger Kündigungsschutz - DER SPIEGEL
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Arbeitsmarktreformen Hundt fordert weniger Kündigungsschutz

Die Aufweichung des Kündigungsschutzes in der bisherigen Form reicht nach Einschätzung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt noch lange nicht aus, um einen echten Beschäftigungseffekt zu erzielen. Er fordert eine weitgehende Reform des Gesetzes.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Braunschweig - In einem Gastbeitrag für die "Braunschweiger Zeitung" verlangte Hundt, die Wartezeit vor Inkrafttreten des Kündigungsschutzes von sechs Monate auf drei Jahre zu erhöhen. Darüber hinaus dürfe die Regelung erst für Betriebe ab 20 Mitarbeitern greifen.

Nach Angaben des Arbeitgeberpräsidenten wagen es vor allem kleine und mittlere Betriebe kaum noch, in guten Zeiten neue Mitarbeiter einzustellen. Sie befürchteten, die Mitarbeiterzahl in Krisensituationen nicht reduzieren zu können. "Die Gefahr, dass ein kleiner Betrieb dann plötzlich mehr Mitarbeiter hat, als er bezahlen kann, lässt ihn Einstellungsentscheidungen immer wieder hinausschieben", erklärte Hundt.

Der Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen, Hartmut Meine, wies diese Forderungen umgehend zurück. "Das Kündigungsschutzgesetz ist kein Gesetz gegen Kündigungen, sondern gegen sozial ungerechtfertigte Kündigungen", erklärte der Gewerkschafter in derselben Zeitung. Schon heute hätten Arbeitgeber vielfältige Möglichkeiten des flexiblen Personaleinsatzes, etwa Befristungen oder den Einsatz von Leiharbeitskräften.