Arcor in Not: Deutsche Bahn will Telefonnetz zurück - DER SPIEGEL
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Arcor in Not Deutsche Bahn will Telefonnetz zurück

Erst versagt Bahnchef Hartmut Mehdorn der Telefongesellschaft Arcor den Börsengang, nun will er den Konzern auch noch zweiteilen: Arcor soll der Bahn ihr Telefonnetz zurückgeben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Die Deutsche Bahn, die ihre Fernmeldeanlagen 1997 in Arcor eingebracht hat, wolle diese nun zurückkaufen und wieder selbst betreiben. Das schrieb Mehdorn nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" in einem Brief an den Arcor-Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Geitner.

Der Verzicht auf den Bahnfunk würde Arcor ein Drittel seines Umsatzes kosten und hätte eine Zerlegung des Unternehmens zur Folge: Für die einstige Mannesmann-Tochter bliebe nur noch das Festnetz-Geschäft mit Telefon und Internet übrig.

Die Bahn überlegt bereits seit längerem, wie sie die Kontrolle über ihr Fernmeldenetz wieder erlangen kann. Anfang 1997 hatte sie das 40.000 Kilometer lange Telefonnetz entlang ihrer Gleise an Arcor verkauft und sich verpflichtet, zehn Jahre lang nur über Arcor zu telefonieren. Inzwischen übersteigen jedoch die jährlichen Gebühren für die Nutzung des Netzes längst den Kaufpreis. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will Mehdorn für das Telefonnetz einen eigenen Unternehmensbereich unter Kontrolle der Bahn schaffen.

Die Bahn, die mit 18 Prozent Minderheitsaktionär von Arcor ist, hatte im vergangenen Dezember den Börsengang der Telefonfirma faktisch blockiert: Der Bahnvertreter war dem entscheidenden Treffen des Aufsichtsrats einfach fern geblieben. Schon damals gab es Gerüchte, dass die Bahn den Rückkauf ihrer Anteile plane.