Argentinien: Notenbankchef entlassen - DER SPIEGEL
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Argentinien Notenbankchef entlassen

Der Chef der argentinischen Zentralbank, Pedro Pou, muss seinen Schreibtisch räumen. Das Parlament wirft ihm vor, dem Verdacht der Geldwäsche in argentinischen Banken nicht ausreichend nachgegangen zu sein.
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Buenos Aires - Zuvor war es bereits zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Zentralbankchef und dem neuen argentinischen Wirtschaftsminister Domingo Cavallo gekommen. Dieser hat dem Land einen rigorosen Plan zur Beendigung der seit fast drei Jahren andauernden Wirtschaftskrise verordnet.

Pou war 1996 vom damaligen Präsidenten Carlos Menem an die Spitze der Notenbank befördert worden. Zu seinem vorläufigen Nachfolger wurde Roque Maccarone ernannt, der Anfang der neunziger Jahre zusammen mit Cavallo im Wirtschaftsministerium gearbeitet hatte. Maccarone unterstrich allerdings sogleich seine Unabhängigkeit vom neuen Wirtschaftsminister.

Ein Untersuchungsausschuss des Parlaments hatte Pous Entlassung gefordert. Er soll in den neunziger Jahren bei der Aufsicht über das Bankenwesen versagt haben. Damals sollen sich mehrere argentinische Banken in großem Stil an Geldwäscheaktionen beteiligt haben.

Pou galt als Gegner des neuen Wirtschaftsministers Domingo Cavallo, der den Peso nach der bereits mehr als zehnjährigen Bindung an den Dollar künftig auch am Euro ausrichten will. Cavallo hatte Pou eine Mitschuld an der Verunsicherung der Finanzmärkte wegen einer möglicherweise drohenden Zahlungsunfähigkeit des hochverschuldeten Landes gegeben.

Von Donnerstag vergangener Woche bis Montag verlor der Aktienindex Merval an der Börse in Buenos Aires mehr als zwölf Prozent an Wert. Zwar konnte sich die Börse am Dienstag und Mittwoch leicht erholen, aber das Länderrisiko, also der Zinsaufschlag für das hochverschuldete Land, blieb mit fast zwölf Prozent über US-Niveau beunruhigend hoch.