Armut: Trügerischer Reichtum - DER SPIEGEL
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Armut Trügerischer Reichtum

Nach gängigen volkswirtschaftlichen Berechnungen ist das ärmste Drittel der Weltbevölkerung in den vergangenen Jahren reicher geworden. Ein Ökonom aus Cambridge macht eine andere Rechnung auf.
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twa ein Drittel der Weltbevölkerung ist in den vergangenen drei Jahrzehnten ärmer geworden, nicht reicher, wie klassische Wohlstandsberechnungen ergeben. Das hat Partha Dasgupta ausgerechnet, Ökonom an der University of Cambridge. Zwar legen die Werte der Bruttosozialprodukte nahe, dass es den meisten Entwicklungsländern in den vergangenen 30 Jahren stetig besser ging. Auch der Human Development Index (HDI), mit dem die United Nations die Armut messen, scheint den Trend zu bestätigen. Doch diese Standard-Indikatoren funktionierten nicht, meint Dasgupta. So hätte sich, entsprechend der Steigerung des Bruttosozialprodukts pro Kopf um jährlich 2,7 Prozent, der Wohlstand des durchschnittlichen Pakistaners zwischen den Jahren 1965 und 1996 mehr als verdoppelt haben müssen. Dasguptas Ansicht zufolge hat er sich in dieser Zeit jedoch beinahe halbiert. Noch schneller verarmten die Regionen südlich der Sahara. Dasgupta prägt dabei einen neuen Wohlstandsbegriff, demzufolge auch ökologische Güter, "natürliches Kapital", wie er es nennt, einen Wert zuerkannt bekommen. Das Problem mit den Standard-Indikatoren HDI und Bruttosozialprodukt sei, dass sie die "produktive Basis" der betroffenen Länder nicht einbeziehen: den unwiederbringlichen Verlust an Bodenschätzen, die Zerstörung der Wälder, die Überfischung, den Verlust der biologischen Vielfalt und anderer Ressourcen.