Asien-Pläne von DaimlerChrysler: Gespieltes Desinteresse - DER SPIEGEL
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Asien-Pläne von DaimlerChrysler Gespieltes Desinteresse

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp redet so, als hätte er gar kein Interesse an einer Daewoo-Übernahme. Ein Hyundai-Sprecher lässt jedoch durchscheinen, dass der angeschlagene koreanische Konzern sehr wohl im Visier der Stuttgarter ist.
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Seoul/Frankfurt - Seoul/Frankfurt - DaimlerChrysler will bis zu 80,1 Prozent von Daewoo Motor kaufen, falls das gemeinsame Angebot mit Hyundai für den finanziell angeschlagenen koreanischen Autobauer Erfolg haben sollte, sagte ein Hyundai-Sprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die verbleibenden 19,9 Prozent sollen in den Besitz von Hyundai übergehen.

Eine zehnprozentige Beteiligung an Hyundai nur als strategisches Investment, um letztlich Daewoo zu kontrollieren? DaimlerChrysler-Chef Schrempp will davon nichts wissen: "Unser Interesse in Korea gilt nur Hyundai Motor", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir werden an dem Bieterverfahren für Daewoo Motor nur teilnehmen, um eventuell einzelne attraktive Teile des Unternehmens zu identifizieren", erläuterte Schrempp seine Haltung.

Das Herunterspielen des erheblich größeren Daimler-Interesses an Daewoo hätte gute Gründe: Es soll laut Bloomberg gegenüber der Regierung in Seoul klarstellen, dass DaimlerChrysler kein Beinahe-Monopol in Asiens zweitgrößten Automarkt aufbauen will. Hyundai hat bereits gemessen an den Verkäufen in Korea einen Marktanteil von beinahe 75 Prozent und würde auf einen Marktanteil von 97 Prozent kommen, wenn sämtliche Daewoo-Verkäufe hinzu addiert würden.

Die Frist für die Angebote für Daewoo Motor endete gestern. Neben dem gemeinsamen Gebot von DaimlerChrysler und Hyundai interessierten sich auch General Motors in einem gemeinsamen Gebot mit Fiat sowie Ford für das Unternehmen. Daewoo will bis Ende der Woche die beiden aussichtsreichen Gebote bekannt geben.