Asienreise Nur von Pierer macht Geschäfte
Putrajaya Auf der viertägigen Asienreise des Kanzlers liegt es also an von Pierer allein, gleich die gesamte deutsche Wirtschaft bei den anstehenden Gesprächen zu vertreten. Im Gegenzug wird die Eröffnung eines neuen Bürogebäudes von Siemens Schröders einziger außerordentlicher Repräsentations-Termin auf seiner Reise bleiben.
Von Pierer ist über seine Asien-Misson in derart bedeutender politischer Begleitung sehr erfreut: "Das ist in Asien wichtiger als in vielen anderen Regionen der Welt, weil dort in einigen Ländern der staatliche Einfluss eine größere Rolle spielt als anderswo." Es gehe aber auch darum ein angenehmes Klima zu schaffen. "Dazu trägt die Politik natürlich sehr bei, denn große Entscheidungen über Partnerschaften oder über Projekte fallen vor dem Hintergrund guter politischer Beziehungen", sagt von Pierer.
Schon die Auftaktgespräche in der malaysischen Verwaltungshauptstadt Putrajaya nutzte der Siemens-Chef für ein gutes Geschäft. Gerhard Schröder traf dort mit dem malaysischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamed zusammen. Laut dessen Außenminister Syed Hamid Albar ging es in der einstündigen Unterredung um Handelsbeziehungen, den Irak und Siemens. Wie Albar der "Financal Times" erklärte, soll sich Siemens am Bau einer 680 Kilometer langen Bahnstrecke beteiligen.
Nach Angaben des britischen "Observer" hat von Pierer das exklusive Asien-Ticket wegen seiner guten Beziehungen zum Kanzleramt bekommen. Das Kanzleramt widersprach dieser Vermutung. Der Siemens-Chef sei nur deshalb dabei, weil er Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft ist.