Atecs Mannesmann Gent gibt Siemens/Bosch den Zuschlag
Düsseldorf - Der neuer Aufsichtsratvorsitzende von Mannesmann, Vodafone-Chef Chris Gent, gab am Montagabend die Entscheidung nach mehrstündigen Beratungen bekannt. "Mannesmann ist davon überzeugt, dass Atecs in Kombination mit Bosch/Siemens auch künftig ein sehr attraktiver Arbeitgeber sein und im Wettbewerb die Führungsposition ausbauen wird", hatte der Konzern bereits zuvor mitgeteilt.
Klaus Zwickel, IG-Metall-Vorsitzender und Mannesmann-Aufsichtsrat, betonte, dass die Arbeitnehmervertreter des Gremiums ihre Zustimmung von einer Integrationsverereinbarung mit Bosch/Siemens abhängig gemacht hätten. Darin sei klar gestellt worden, dass Atecs für drei Jahre als Einheit erhalten bleibe und eine eigene Konzernverwaltung mit Sitz in Düsseldorf erhalte. Zudem sei eine Beschäftigungssicherung und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2003 vereinbart worden.
Um die Industriesparte des Konzerns hatte auch die ThyssenKrupp AG geworben. Sie hatte ihr Angebot von ursprünglich 8,75 Milliarden Euro nicht nachgebessert. Die erste Offerte von Siemens/Bosch belief sich auf 9,1 Milliarden Euro.
In den Aufsichtsrat rückten neben Gent auch die Vodafone-Vertreter Kenneth Hydon, Lord MacLaurin und Wilhelm Haarmann. Der bisherige Vorsitzende des Gremiums, Joachim Funk, hatte am Donnerstag seinen Posten niedergelegt. Aus dem Aufsichtsrat sind von der Kapitalseite außerdem Heinz Dürr, Klaus Liesen und Heinz Riesenhuber ausgeschieden.
Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone besitzt nach der bislang weltgrößten Firmenfusion rund 99 Prozent des Aktienkapitals von Mannesmann. Atecs beschäftigt 90.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr 12,3 Milliarden Euro Umsatz.