Atom-Comeback Energiekonzerne können mit Milliardenplus rechnen
Düsseldorf - Das Comeback der Atomenergie könnte den deutschen Energiekonzernen einen unerwarteten Geldsegen bescheren. Eine verlängerte Laufzeit von acht Jahren würde etwa für RWE einen Barwert des zu erwartenden Cashflows von gut acht Milliarden Euro bringen, berichtet das "Handelsblatt" mit Verweis auf Berechnungen der Analysten von Sal. Oppenheim. Für den Wettbewerber E.on rechnen die Marktbeobachter sogar mit Zusatzeinnahmen von rund zwölf Milliarden Euro.
Sal. Oppenheim hat bei der Analyse die Betriebskosten der weitgehend abgeschriebenen Atommeiler ins Verhältnis zur Prognose der Großhandelsstrompreise gesetzt. Die Energiekonzerne wiesen die Schätzungen zwar als Spekulation zurück. Dennoch erklärte EnBW-Chef Hans-Peter Villis, er sei bereit, diese Vorteile unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Energieforschung zu investieren.
Die Große Koalition debattiert wegen der hohen Energiepreise derzeit über die Zukunft der Atomkraft. Die Union fordert neben längeren Laufzeiten auch den Bau neuer Kernkraftwerke. Die SPD-Spitze will dagegen solche Neubauten per Grundgesetzänderung verbieten.