Atom-Comeback Grüne attackieren E.ons Licht-aus-Strategie
Berlin - Die Grünen haben dem deutschen Energieriesen E.on vorgeworfen, mit der Angstmache vor Stromausfällen ihre eigenen finanziellen Interessen durchsetzen zu wollen. Fraktionschefin Renate Künast kritisierte am Sonntag in Berlin, E.on-Chef Wulf Bernotat setze auf eine "Das-Licht-wird-ausgehen-Strategie".
"Statt der Bevölkerung mit Stromausfall zu drohen, muss sich Bernotat mit der Zukunft des Landes beschäftigen", forderte Künast. Die Stromerzeuger müssten Wettbewerb und eine dezentrale Energiewirtschaft zulassen, zudem müssten dringend Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen werden. "Ein Weiter-so kann sich Deutschland nicht leisten und die Risikotechnologie Atom auch nicht", sagte Künast.
Bernotat hatte in der "Welt am Sonntag" vor Stromknappheit gewarnt und eine Rückkehr zur Atomkraft gefordert: "Wir brauchen weiterhin die Kernkraft, und wir brauchen moderne Gas- und Kohlekraftwerke, die deutlich weniger CO2 ausstoßen."
Nach einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) kann Deutschland schon 2012 den Bedarf an Elektrizität nicht mehr aus eigener Kraft decken.
Am einfachsten und günstigsten" könne diese Lücke durch eine Verlängerung der Atomlaufzeiten geschlossen werden, sagte Bernotat. Werde der Bau von Kraftwerken weiterhin blockiert, rechne er mit gravierenden Auswirkungen auf die Verbraucher - denn dann würden die Preise steigen.
wal/AFP