Auf Sparkurs Massenentlassungen bei Landesbanken
Düsseldorf - Bis Ende 2005 soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 8000 auf 6200 sinken, teilte die WestLB nach einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch in Düsseldorf mit. Außerdem steht nach Angaben aus Unternehmenskreisen die Investmentsparte Panmure auf dem Verkaufszettel.
Der Konzern bekräftigte, dass die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen überprüft würden. Ein Sprecher sagte, dass die WestLB ihren Anteil am Reisekonzern TUI verkaufen wolle. Einen Zeitpunkt nannte er nicht. In Unternehmenskreisen hieß es, dass der Aufsichtsrat keine Entscheidung zu der 31-prozentigen TUI-Beteiligung gefällt habe.
Der drastische Einschnitt bei den Mitarbeitern kommt nicht unerwartet. In den Kreisen war sogar ein Zusammenstreichen der Stellenzahl auf bis zu 2500 als Option genannt worden. Betroffen von der neuerlichen Ankündigung sind unter anderem die Bereiche IT und das Ausland. Mit dem Betriebsrat würden nun Verhandlungen aufgenommen, sagte der WestLB-Sprecher. Mit dem bereits im Vorjahr angekündigten Abbau fallen bei der Landesbank 3300 Arbeitsplätze weg.
Durch den Personalabbau und Einsparungen beim Sachaufwand soll die jährliche Kostenbasis bis Ende 2005 um rund eine halbe Milliarde Euro reduziert werden. 2002 und 2003 sparte die WestLB Kosten in Höhe von 540 Millionen Euro ein. Kurzfristig erwartet die Bank eine Steigerung ihrer Rentabilität bei reduziertem Geschäftsvolumen.
Das Jahr 2005 wird für die Bank wie auch für andere öffentliche Institute entscheidend, weil die Haftungsgarantien für die öffentlich-rechtlichen Geldhäuser wegfallen. Diese hatte die EU-Kommission als wettbewerbsverzerrend gegenüber Privatbanken eingestuft. Den öffentlichen Instituten droht daher eine Herabstufung durch internationale Ratingagenturen. In der Vergangenheit hatten sie durch ihre staatlichen Garantien Spitzenratings, welche die Refinanzierung deutlich verbilligen. Das Geschäftsmodell der Bank solle nun "sicherstellen, dass die Bank in 2005 eine angemessene Kapitalbasis und Rentabilität aufweist, um auch nach dem Wegfall der Haftungsgrundlagen erfolgreich am Markt agieren zu können", teilte die WestLB mit.
Auch bei der Bayerischen Landesbank sind nach Recherchen des ARD-Fernsehmagazins "Kontraste" Massenentlassungen geplant. Wie Sprecher Peter Kulmburg dem Magazin sagte, seien noch vor der Landtagswahl am 21. September betriebsbedingte Kündigungen geplant.
Betroffen seien zunächst 17 Mitarbeiter in der Niederlassung Düsseldorf und drei in der Niederlassung Berlin. Nach den Wahlen sollen dem Bericht zu Folge weitere 700 Mitarbeiter eingespart werden. Nach Angaben des Bankensprechers könnten dabei betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden.
Nach Informationen des Magazins ist die Bayerische Landesbank auf Grund diverser Zahlungsverpflichtungen durch ihre Beteiligungen und Kreditvergaben an die Kirch-Gruppe, Worldcom, Euron, Grundig und Schneider zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Betroffene Bank- Mitarbeiter machten die bayerische Regierung für diese Schieflage verantwortlich, da diese maßgeblich auch bei Einzelentscheidungen auf das Management der Bank Einfluss genommen habe.