Auf und ab Internet-Gerücht lässt Apple taumeln
Boston - Im frühen Handel an der Wall Street gaben Apple -Aktien zeitweise um bis zu sechs Prozent nach. Bis Handelsschluss machte das Papier die Verluste wett und tendierte 0,01 Prozent im Plus bei 81,52 Dollar. Anlass für die Kursturbulenzen war ein Bericht der Zeitschrift "The Recorder", demzufolge Apple-Manager Dokumente gefälscht haben könnten, um mit Aktienoptionen mehr Geld zu verdienen. Der Bericht war auf der Internet-Seite "law.com" erschienen.
Apple-Sprecher Steve Dowling wollte nicht Stellung dazu nehmen. Der Konzern leite alle wichtigen Fakten direkt an die US-Börsenaufsicht SEC weiter und werde diesbezügliche Fragen nicht öffentlich erörten.
In dem Bericht hieß es weiter, Apple-Chef Steve Jobs habe wegen laufender Ermittlungen gegen seinen Konzern einen Anwalt angeheuert, der nur für ihn, nicht aber für Apple arbeite. Apple ist eines von 160 US-Unternehmen, gegen die von der SEC und vom Justizministerium im Zusammenhang mit der möglichen Rückdatierung von Aktienoptionen ermittelt wird. Diese Umdatierung könnte dazu geführt haben, dass Manager ihre Optionen für einen höheren Wert einlösen konnten.
Im Oktober hatte das Apple-Direktorium erklärt, Jobs habe in einigen Fällen von solchen Rückdatierungen gewusst. Die Konzernaufseher sprachen Jobs aber von jeglichem Fehlverhalten frei und erklärten, er habe von den Vorgängen nicht selbst profitiert und sei sich der buchhalterischen Auswirkungen nicht bewusst gewesen.
Apple hat bereits angekündigt, wegen Unregelmäßigkeiten bei den Optionsdatierungen müssten voraussichtlich die Geschäftszahlen für einige Geschäftszeiträume korrigiert werden.
Analysten beurteilten die Auswirkungen der Untersuchungen auf die laufenden Geschäfte des Konzerns bisher als gering. Problematisch könne es allerdings werden, wenn die Affäre weitere Auswirkungen auf Jobs haben sollte. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Apple-Chef wegen der Angelegenheit seinen Posten räumen müsse, sagten sie.
itz/Reuters