Aufholjagd: Asiens Börsen erholen sich - DER SPIEGEL
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Aufholjagd Asiens Börsen erholen sich

Die positiven Vorgaben der Wall Street haben auch Asiens Börsen beflügelt. Um die Finanzmärkte zu stabilisieren, pumpt die japanische Zentralbank indes bereits den elften Tag in Folge Milliarden in den Markt. Das Land steht dennoch unmittelbar vor der Rezession.
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Tokio - Endlich einmal gute Nachrichten aus den USA: Wegen der Aufholjagd an der Wall Street verbesserte sich auch der Aktienmarkt in Japan. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei legte nach den schweren Vortagesverlusten um 108,40 Punkte oder 0,96 Prozent zu und notierte zum Handelsschluss bei 11.368 Punkten. Der breitgefasste Topix stieg um 13,72 Punkte oder 1,26 Prozent auf den Stand von 1101,13 Punkten.

Auch der Aktienmarkt in Taiwan legte zu, während die Börsen in Singapur und Südkorea schwächer notierten. Die Börsen in Shanghai und Hongkong hatten wegen Feiertagen geschlossen.

Bereits den elften Handelstag in Folge flutete die japanische Zentralbank die Märkte mit Geld: Am Mittwoch pumpte sie 800 Milliarden Yen (5,3 Milliarden Euro) in den Geldmarkt, um angesichts der Krise in den USA für Stabilität zu sorgen. Hintergrund ist, dass die Banken des Landes zögern, sich gegenseitig Geld zu leihen.

Dennoch setzt die Finanzkrise der japanischen Wirtschaft schwer zu: Die Stimmung in der japanischen Großindustrie ist so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr. Erstmals seit 2003 sind die Pessimisten in den Manageretagen wieder in der Mehrheit. Wie die Bank von Japan am Mittwoch in Tokio mitteilte, sank der Stimmungsindex in der weltweit beachteten Tankan-Umfrage im Quartal von Juli bis September von plus fünf auf minus drei Punkte. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten in der Mehrheit sind.

Das ist bereits das vierte Quartal in Folge, dass sich die Stimmung in Japans Großindustrie verschlechtert hat. Vor dem Hintergrund der US-Finanzkrise hat sich die Nachfrage in Japans Exportmärkten deutlich verringert. Japans große Industrieunternehmen wollen angesichts dessen ihre Direktinvestitionen im noch bis März 2009 laufenden Geschäftsjahr um lediglich 1,7 Prozent erhöhen.

Der sich abschwächende Export - der Hauptantriebsmotor der japanischen Wirtschaft - sowie die Ausgabenkürzungen der heimischen Verbraucher deuten nach Einschätzung vieler Ökonomen darauf hin, dass die zweitgrößte Wirtschaftsnation in eine Rezession eintritt.

cvk/dpa/AP