Aufsichtsrat: Boehm-Bezing wirft das Handtuch - DER SPIEGEL
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Aufsichtsrat Boehm-Bezing wirft das Handtuch

Der umstrittene Aufsichtsratschef des angeschlagenen Holzmann-Konzerns, Carl von Boehm-Bezing, tritt zurück. Nachfolger des Deutsche-Bank-Managers soll der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Ruhrkohle AG, Gerhard Neipp, werden.
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Frankfurt am Main - Boehm-Bezing werde sein Mandat zur Verfügung stellen, um eine Stärkung der industriellen Seite im Aufsichtsrat des Baukonzerns zu ermöglichen, kündigte die Deutsche Bank als zweitgrößter Aktionär an. Die Wahl Gerhard Neipps soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 15. März stattfinden. Die IG BAU nahm unterdessen erwartungsgemäß den Sanierungstarifvertrag für Holzmann an.

Boehm-Bezing hatte noch Ende Dezember Rücktrittsforderungen strikt zurückgewiesen. Das Gremium habe immer pflichtgemäß gehandelt und auf die aufkommenden Probleme stets unverzüglich reagiert, sagte er damals vor rund 500 Aktionären. Zuletzt war der Druck auf Boehm-Bezing aber immer größer geworden. Auch der Chef des Großaktionärs Gevaert, Andre Leysen, verlangte Anfang des Jahres in bis dahin ungewöhnlicher Deutlichkeit seinen Rücktritt.

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, nahm Boehm-Bezing in der Mitteilung aber demonstrativ in Schutz: "Wir haben allen Anlass, Herrn von Boehm-Bezing für sein hohes Engagement zu danken, das von Anfang an auf die Aufklärung und die Beseitigung der Unternehmenskrise gerichtet war. Ihm ist zu Unrecht viel Kritik widerfahren." Der Banker gehörte seit August 1992 dem Aufsichtsrat von Holzmann an und übernahm im April 1997 den Vorsitz.

Sein designierter Nachfolger Neipp werde seine reichen, auch in schwierigen Sanierungsfällen erprobten industriellen Erfahrungen in den Restrukturierungsprozess der Holzmann AG einbringen, so Breuer weiter. Er könne sich nun zusammen mit dem Vorstand aktiv und "ohne andere zeitlichen Zwänge auf die Neuausrichtung des Unternehmens konzentrieren".