LUFTHANSA Aufstand der Agenten
Die Lufthansa hat wenige Wochen nach dem Ende des Tarifkonflikts mit ihren Piloten erneut Ärger mit einer wichtigen Berufsgruppe: den Inhabern und Betreibern von 4700 deutschen Reisebüros. Zwischen der Airline und den Tickethändlern, die noch immer neun von zehn Flugscheinen absetzen, tobt seit Monaten ein erbitterter Streit um ein neues Vergütungssystem. Statt den bislang üblichen gestaffelten Provisionen von fünf bis neun Prozent will die Lufthansa den Agenturen ab Januar je nach Ziel und Buchungsklasse Festbeträge von 8 bis maximal 150 Euro zahlen. Die Reisebüros befürchten durch das neue Abrechnungssystem erhebliche Umsatzeinbußen. Deshalb weigern sie sich, die neuen Verträge zu unterschreiben. Stattdessen fordern ihre Unterhändler sieben Prozent Provision für alle Flugscheine. Lufthansa-Vertriebschef Thierry Antinori überlegt nun, die Fixbeträge anzuheben, um die widerspenstigen Vermittler zum Einlenken zu bewegen. Auf einer Krisensitzung am Dienstag wollen die Streithähne einen letzten Einigungsversuch starten. Sollte das Friedenstreffen scheitern, drohen der Lufthansa empfindliche Umsatzeinbußen. Dann wollen die Reiseagenturen nach dem Vorbild der Piloten streiken und den Verkauf von Lufthansa-Tickets boykottieren.