Aus für CMA: Bauern drohen Exportprobleme - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aus für CMA Bauern drohen Exportprobleme

Mit Erfolg haben Deutschlands Bauern gegen ihre Zwangsabgabe an die Marketinggesellschaft CMA gekämpft - das Verfassungsgericht kippte die Regelung. Doch nun treten ernste Probleme auf: Nach SPIEGEL-Informationen fehlt den Landwirten beim Export das Know-how der Agentur.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Am Anfang war die Freude unter deutschen Bauern groß, als das Bundesverfassungsgericht die Zwangsabgabe an die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) für nichtig erklärt hatte. Das war vor vier Wochen. Inzwischen stellen nach SPIEGEL-Informationen immer mehr Landwirte fest, dass ihnen mit der CMA auch der Partner für den Export fehlt.

Bislang hat die Bonner Organisation Messeauftritte in aller Welt organisiert, Exportzertifikate, Veterinärpapiere und Übersetzungen besorgt. "Erhebliche Marktprobleme" sieht nun eine Studie des Instituts für Agribusiness in Gießen auf die deutschen Produzenten zukommen.

"Andere Exportländer wie Holland, Frankreich und Italien bieten ihren Landwirten ein sehr gutes Auslandsmarketing an", so Agrarwissenschaftler Michael Schmitz von der Universität Gießen. Ohne eine entsprechende Hilfe rechnet er mit "dramatischen Exporteinbußen".

Zuletzt lag das Exportgeschäft bei 50 Milliarden Euro im Jahr. Inzwischen schreiben betroffene Betriebe an die Bundesregierung – sie wünschen sich die CMA zurück.