Ausbildung: Fast 50.000 sind noch auf der Suche - DER SPIEGEL
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Ausbildung Fast 50.000 sind noch auf der Suche

Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt ist zwar nicht ganz so dramatisch wie im vergangenen Jahr. Trotzdem sind noch Rund 40.900 Jugendliche auf der Suche. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement kündigte deshalb eine energische Nachvermittlungsaktion an.
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Berlin - Allen ausbildungsfähigen Jugendlichen müsse ein Angebot unterbreitet werden können, sagt Clement anlässlich der Vorstellung der aktuellen Ausbildungszahlen durch die Bundesagentur für Arbeit in Berlin. Der zwischen Bundesregierung und Wirtschaft geschlossene Ausbildungspakt habe die Erwartungen erfüllt, sagte er. Den Jugendlichen könne damit langfristig eine berufliche Perspektive geboten werden.

Zwar fällt die Ausbildungslücke, also die Differenz zwischen nicht vermittelten Jugendlichen und offenen Lehrstellen mit rund 28.300 um 2400 Stellen geringer aus. Doch zugleich liegt sie deutlich über den Werten der Jahre 2002 und 2003, als 5400 beziehungsweise 20.200 Ausbildungsplätze fehlten. Besonders kritisch ist die Situation nach wie vor in Ostdeutschland. Hier kommen 13 Bewerber auf eine Lehrstelle.

Clement zeigte sich zuversichtlich, dass der Pakt auch über die anvisierten drei Jahre hinaus halten wird. Der Erfolg gebe der Initiative Recht. "Der Pakt hat vielen Jugendlichen wieder eine konkrete Perspektive vermitteln können." Gleichwohl appellierte Clement an die Unternehmen zu prüfen, ob und wie sie ihr Ausbildungsangebot eventuell noch steigern könnten. Vor allem das Ausbildungspotenzial ausländischer Unternehmer sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

DIHK bezeichnet Ausbildungspakt als Erfolg

Auch nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hat sich der Ausbildungspakt bewährt. Insgesamt seien rund 33.200 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun. Es sei gelungen, 24.000 Betriebe neu für die Ausbildung zu gewinnen. Die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen hätten ihre betriebliche Ausbildungsleistung trotz des Rückgangs bei den Beschäftigten nahezu stabilisiert. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sei um 0,9 Prozent auf knapp 262.000 gesunken.

Deutlich schwieriger ist die Situation im Handwerk. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) ging die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge um 4,6 Prozent zurück. Als Folge eines erwarteten Verlustes von 180.000 Beschäftigten im Handwerk verschlechtere sich auch die Ausbildungssituation, sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer.

Schleyer beklagte die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher. 100.000 junge Leute verließen jedes Jahr die Schule ohne Abschluss, weitere 100.000 hätten mangelnde Kenntnisse in den Schlüsselqualifikationen Deutsch und Mathematik, betonte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer.

Schwierige Situation im Handwerk

Die IG Metall bewertet den Ausbildungspakt dagegen als erfolglos. Im Herbst 2005 suchen nach Berechnungen der Gewerkschaft noch 100.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig habe sich die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze um 9,3 Prozent auf 471.500 verringert.

Nach Angaben der Ausbildungspakt-Partner verringerte sich die Zahl der nicht vermittelten Bewerber dagegen um rund 3200 auf 40.900. Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen nahm um rund 700 auf 12.600 ab. Verantwortlich für die gegenüber 2004 positive Entwicklung ist den Pakt-Partnern zufolge auch die nur noch geringfügig wachsende Bewerberzahl.

Mit dem auf drei Jahre angelegten Ausbildungspakt sollte auf dem Lehrstellenmarkt eine Trendwende erreicht werden. Darin hat sich die Wirtschaft 2004 verpflichtet, jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendliche eine Stelle zur Verfügung zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten jährlich 30.000 neue Ausbildungsstellen und 25.000 so genannte Einstiegsqualifikationen geschaffen werden.