Ausgespielt: Bertelsmann will nicht um EMI pokern - DER SPIEGEL
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Ausgespielt Bertelsmann will nicht um EMI pokern

Vor einer Woche hatte Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff im SPIEGEL erklärt, sein Unternehmen werde Ende des Jahres weltweit die Nummer eins im Musikgeschäft werden. Der Konzern wird sich strecken müssen. Denn nach dem Zusammenschluss von EMI mit AOL Time Warner Music fällt einer der Wunschkandidaten für eine Übernahme aus.
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Gütersloh/London - Bertelsmann werde kein Gegenangebot für EMI abgeben, erklärte Bertelsmann-Sprecher Oliver Hergesell. Man sei durch das Fusionsvorhaben nicht überrascht worden. Es bleibe für Bertelsmann genügend Spielraum, um im Musikbereich zum Weltmarktführer aufzusteigen.

Britische Zeitung hatten berichtet, der Medienkonzern sei bereit, die geplante Fusion mit einem Angebot von mehr als sechs Milliarden Pfund (fast 20 Milliarden Mark) zu verhindern. Am Samstagabend habe Bertelsmann bei der EMI-Führung um eine Dringlichkeitssitzung nachgesucht. Offenbar ohne Erfolg.

Als mögliche Kaufkandidaten für Bertelsmann gelten nun Seagrams Universal Music Group und Sony Music Entertainment. In der Rangliste der weltgrößten Musikhersteller lagen die Unternehmen vor dem Zusammenschluss von Time Warner und EMI an der Spitze. Die Bertelsmann Music Group (BMG) hatte im Geschäftsjahr 1998/99 einen Umsatz von 7,9 Milliarden Mark erzielt und gehörte damit zu den vier größten Produzenten der Branche.