Außenhandel 2006: Exportweltmeister Deutschland schwächelt im Schluss-Spurt - DER SPIEGEL
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Außenhandel 2006 Exportweltmeister Deutschland schwächelt im Schluss-Spurt

Der Exportweltmeister Deutschland hat sich 2006 selbst übertroffen und so viel ins Ausland verkauft wie nie zuvor. Im Dezember allerdings war der Überschuss in der Handelsbilanz niedriger als erwartet. Und das laufenden Jahr dürfte für deutsche Exporteure schwieriger werden.
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Wiesbaden – Ein paar Jahre lang kann sich Deutschland wohl noch über den Titel "Exportweltmeister" freuen – bis er dann 2008 oder 2009 an China übergehen dürfte. 2006 aber haben deutsche Unternehmen beim Export erneut alle anderen Nationen auf die Plätze verwiesen.

Nachdem die Mitarbeiter beim Statistischen Bundesamt gerechnet haben, liegen nun die Zahlen für das Gesamtjahr 2006 vor. Der Wert der ausgeführten Waren stieg demnach um 13,7 Prozent auf 893,6 Milliarden Euro. Damit wurde das 2005 erreichte Rekordergebnis von rund 786 Milliarden Euro deutlich übertroffen. "2006 war für Deutschland als Exportnation ein erfolgreiches Jahr. Waren 'Made in Germany' sind im Ausland gefragt", sagte Volkswirt Thomas Amend von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Auf Platz zwei im Welthandel liegen die USA vor der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China.

Der Außenhandel war der wichtigste Antriebsmotor für die deutsche Wirtschaft, die mit einem Plus von 2,5 Prozent so stark wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr zulegte. Den Wachstumsbeitrag der Exporte beziffern die Statistiker auf 0,8 Prozentpunkte.


Gleichzeitig legten auch die Importe um 16,5 Prozent auf einen Rekordstand von 731,7 Milliarden Euro zu. Als Grund gilt auch der Preisanstieg bei Öl und anderen Rohstoffen, der die Importe verteuerte. Der Import-Zuwachs sei insgesamt eine "gute Nachricht", kommentierte Dirk Schumacher von der Investmentbank Goldman Sachs. "Dass auch die Importe zulegen, das ist ein Indiz, dass auch die Binnennachfrage gut läuft."

Volkswirte: 2007 wird wohl kein neues Erfolgsjahr

Der Überschuss in der Handelsbilanz fiel im Dezember allerdings deutlich niedriger aus als erwartet. Nach Angaben des Bundesamtes betrug das Plus 10,8 Milliarden Euro. Volkswirte hatten einen Überschuss von 15,2 Milliarden Euro prognostiziert.

Im Dezember wurden Waren im Wert von 73,5 Milliarden Euro ausgeführt, der Wert der Einfuhren belief sich auf 62,6 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte lagen damit saisonbereinigt um 2,0 Prozent unter dem Niveau des Vormonats, während die Einfuhren um 5,0 Prozent stiegen. Auf Jahressicht stiegen die Ausfuhren im Dezember um 10,3 Prozent und die Einfuhren um 8,5 Prozent.

Für 2007 erwarten Volkswirte erneut ein kräftiges Wachstum der Exportwirtschaft. "Für 2007 sind wir optimistisch", sagte Volkswirt Amend von HSBC Trinkaus. "Die Stimmungsindikatoren sind weiter positiv. Wir gehen davon aus, dass der Außenhandel 2007 wieder einen positiven Wachstumsbeitrag zum BIP-Wachstum liefern wird."

Volkswirte erwarten in diesem Jahr erneut ein kräftiges Wachstum der Exportwirtschaft. Wegen der abkühlenden Weltkonjunktur wird das Niveau der Exporte aber mit plus sieben Prozent wohl niedriger sein als 2006. Alexander Koch von Unicredit äußerte sich vorsichtig: "Deutschland dürfte auch 2007 wieder von der weiter robusten Lage der Weltwirtschaft profitieren. Ein Rekordjahr wird es aber wohl nicht. Denn bei den Aufträgen von Kapitalgütern hat es zuletzt einen Rückgang gegeben."

itz/Reuters/ddp/dpa

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