Außenhandel Iran-Geschäft bricht um 22 Prozent ein
Berlin/Düsseldorf - Die weltweite Krise schlägt auch auf den Außenhandel mit Iran durch: Um fast ein Viertel ist der Handel zwischen deutschen und iranischen Firmen eingebrochen. Die Exporte gingen nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) vom Dienstag um 22 Prozent zurück.
Iranische Ölraffinerie: "Sanktionen helfen ohnehin nicht"
Foto: Vahid Salemi/ APDemnach lieferten deutsche Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres nur noch Güter im Wert von knapp 800 Millionen Euro in den Iran. Die Einfuhren verringerten sich ebenfalls um 22 Prozent auf 82 Millionen Euro. Neben der Wirtschaftskrise hätten auch die Sanktionen der Vereinten Nationen den Handel erschwert, hieß es.
Und für die Unternehmen könnte es noch schlimmer kommen, fürchten Vertreter der deutschen Wirtschaft. Der Nah- und Mittelostverein (NUMOV) warnte die Politik am Dienstag davor, bereits jetzt über neue Sanktionen gegen die iranische Führung nachzudenken.
"Wirtschaftliche Sanktionen helfen gegen ein Land wie Iran ohnehin nicht," sagte Helene Rang, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von NUMOV, dem "Handelsblatt". Die USA müssten ihr Gesprächsangebot aufrecht erhalten, "egal wer künftig im Iran regiert", forderte sie.
Laut Rang wartet die deutsche Wirtschaft zunächst ab, wie sich die Lage in Iran entwickelt. An eine Abreise oder gar einen Rückzug aus dem Iran-Geschäft dächten die dort ansässigen deutschen Firmen nicht - trotz der aktuellen Lage. "Es wäre auch völlig falsch, in dieser komplizierten Situation langjährige Geschäftskontakte zu beenden", sagte die Wirtschaftsvertreterin.