Ausstieg: Bertelsmann will angeblich AOL-Europe verlassen - DER SPIEGEL
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Ausstieg Bertelsmann will angeblich AOL-Europe verlassen

Bertselmann hat offenbar seine Strategie geändert. Die 3,8 Millionen AOL-Europe-User sollen in den Internet-Plänen des Medienkonzerns keine Rolle mehr spielen. Deshalb plant das Gütersloher Unternehmen nach Zeitungsberichten seinen Ausstieg aus dem Onlinedienst.
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München - Die Verhandlungen über einen Verkauf des 50-Prozent-Anteils von Bertelsmann an den Onlineriesen AOL befänden sich nach Angaben von Investment-Bankern in der Endphase, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Spätestens im März solle das Geschäft perfekt sein. Mit dem Milliardenerlös wolle Bertelsmann die Musiksparten von Universal oder Sony übernehmen.

Nachdem AOL das Medienhaus Time Warner übernommen hatte, war mehrfach über einen Ausstieg Bertelsmanns aus dem Gemeinschaftsunternehmen AOL Europe spekuliert worden. Nun soll es zwei denkbare Varianten geben: Entweder veräußerten die Gütersloher ihr Paket für rund 15 Milliarden Mark komplett an AOL. Oder aber AOL-Chef Steve Case, mit dem Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff eng befreundet ist, erhalte 35 bis 40 Prozent. Den Rest könnte Bertelsmann bei dem geplanten Börsengang von AOL-Europe abgeben. Diese Lösung koste zwar etwas mehr Zeit, dürfte dem deutschen Medienkonzern aber bis zu 20 Milliarden Mark einbringen, berichtete die Zeitung.

Nach Einschätzung von Analysten sei - so die Süddeutsche " weiter - die Hälfte des Anteils von AOL-Europe zwar mindestens 25 Milliarden Mark wert. Doch Middelhoff scheine es nicht allein um die schnelle Milliarde zu gehen. Er strebe vielmehr ein enges Bündnis mit Case an. Bertelsmann wolle nach einem Ausstieg bei AOL Europe mit seinen Internet-Händlern BOL und barnesandnoble.com weiter über den Onlinedienst laufen. Im Gegenzug werde Bertelsmann die CDs, Videos und Bücher aus dem Hause Time Warner verkaufen.