Australien Volkswagen kehrt zurück
Sydney - Die Voraussetzungen für eine Rückkehr nach Down Under sind viel versprechend. 1976 hatte Volkswagen sein Werk in Melbourne geschlossen und ist seitdem mit seinem Käfer Cabrio und dem Bulli noch in guter Erinnerung.
Mit einem Verkauf von gut 7700 Autos von Januar bis Oktober 2001 ist der Geschäftsführer von Volkswagen Australia, Peter Nochar, denn auch zufrieden. Immerhin haben sich die Terroranschläge vom 11. September und der weltweite Konjunktureinbruch auch in Australien auf die Nachfrage ausgewirkt. Trotzdem ist der VW-Mann, der seit Juni 2000 die Rückkehr der Wolfsburger auf den fünften Kontinent vorbereitet, zuversichtlich, das ursprünglich geplante Jahresziel von 10.000 Verkäufen zu erreichen.
In diesem Jahr erwartet Nochar einen Umsatz von rund 320 Millionen Mark, 2003 sollen es schon 550 Millionen Dollar sein. "Im nächsten Jahr wollen wir erstmals einen Gewinn ausweisen, die Schwelle liegt bei 11.000 verkauften Fahrzeugen", sagte Nochar gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bestseller sei wie in Deutschland der Golf, der auch im Vergleich zu den anderen europäischen Modellen vorn liege.
Wenn sich VW erst etabliert hat, sollen möglichst bald die anderen Konzernmarken folgen. Zunächst ist Skoda dran, deren Modelle gerade die technische Prüfung absolvieren. Erteilen die Behörden die Erstzulassung, ist für das kommende Jahr ein zusätzliches Händlernetz mit vorläufig rund 50 Niederlassungen geplant. Der VW-Konzern könnte damit bis 2005 beim Umsatz die Milliardengrenze erreichen. Die Edelmarke Audi soll später folgen.
Der Einführung von Seat steht der VW-Australia-Chef dagegen skeptisch gegenüber: "Da müssten erst neue Modelle kommen." Schließlich dürfe man die Kunden nicht enttäuschen, wenn man größere Verkaufszahlen erreichen wolle. In diesem Punkt hat Nochar die Erwartungen hoch geschraubt. Die deutschen Wettbewerber jedenfalls seien, was die Verkaufszahlen betrifft, nicht der Maßstab. "Wir wollen an Ford und Mitsubishi heran", verkündet Nochar.