Austrian Airlines Lufthansa bessert Übernahmeangebot auf
Die deutsche Fluglinie will die schwer angeschlagene österreichische AUA übernehmen. Für eine Genehmigung hatten die Wettbewerbshüter jedoch verlangt, dass Lufthansa auf einzelnen Strecken von und nach Wien auf Start- und Landerechte verzichtet, um Wettbewerb zuzulassen. Bislang hatten die Deutschen diese Forderungen abgelehnt.
Für Austrian Airlines wird die Zeit knapp: Zum Monatsende läuft die Frist des Übernahmeangebots ab. Sollte der Deal scheitern, muss AUA-Großaktionär Österreich eine andere Möglichkeit finden, um die Fluglinie vor der Pleite zu retten. Ob Insolvenz oder Restrukturierung - in jedem denkbaren Szenario müsste der Staat deutlich tiefer in die Tasche greifen als das derzeit geplant ist. Damit die Lufthansa AUA übernimmt, leistet die Alpenrepublik einen Sanierungsbeitrag von 500 Millionen Euro.
Der österreichische Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) äußerte sich in einem Interview mit dem Österreichischen Rundfunk (ORF) erleichtert über die Wendung. Es sei hart verhandelt worden und das Ergebnis sei "ein klares Signal, dass Lufthansa den Deal will", sagte der Politiker. Der Ball liege nun bei der EU-Kommission.
Die AUA wollte sich am Abend nicht zu dem Thema äußern. Zur Zeit befindet sich die Fluglinie noch zu rund 42 Prozent im Besitz der österreichischen Staatsholding ÖIAG. Lufthansa hatte im Dezember 2008 vereinbart, diesen Anteil für zunächst 366.000 Euro zu kaufen. Zudem sieht der Vertrag weitere Zahlungen je nach wirtschaftlicher Entwicklung des Unternehmens vor. Insgesamt könnte Lufthansa für eine Komplettübernahme maximal 382 Millionen Euro auf den Tisch legen.