Ausverkauf bei Varta: Ende einer deutschen Industrie-Legende - DER SPIEGEL
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Ausverkauf bei Varta Ende einer deutschen Industrie-Legende

Das 1887 gegründete Traditionsunternehmen Varta, dessen Batterien made in Germany weltweite Verbreitung fanden, steht vor dem Totalausverkauf. Die Aktionäre, darunter die Deutsche Bank, sind nicht mehr bereit, die Verluste des Herstellers zu tragen.
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Hannover - Bis Ende des Jahres soll die Produktion von Mikrobatterien verkauft werden - es ist das letzte verbliebene Geschäftsfeld. Damit steigt die Varta AG ganz aus der Produktion aus. Am Stammsitz der Kleinstbatterie-Tochterfirma in Ellwangen arbeiten nach Unternehmensangaben noch 500 Mitarbeiter, weitere 800 sind an asiatischen Standorten tätig. Sie stellen wiederaufladbare Batterien zum Beispiel für Uhren, Hörgeräte, Kameras und Telefone her.

Was nach einem Verkauf mit dem Standort im Ostalbkreis passiert, ist nach Angaben eines Unternehmenssprechers noch unklar. Im vergangenen Jahr war der Umsatz der der Tochterfirma um 16 Millionen auf 130 Millionen Euro geschrumpft. Die steigenden Kosten für Rohstoff erschwerten das Geschäft, heißt es von der Mutterfirma Varta AG als Begründung für die Verkaufsentscheidung. Laut "Financial Times Deutschland" leidet das Unternehmen auch am Rückgang des Geschäfts mit Batterien für die Telekombranche in Europa.

Für die Mikrobatterien-Produktion gibt es dennoch mehrere Kaufinteressenten. Mit einem davon würden auf exklusiver Basis abschließende Gespräche über eine Übernahme geführt, teilte Varta mit. Varta-Vorstand Uwe Ganzer geht davon aus, dass die Gespräche in den nächsten zwei Wochen zum Abschluss gebracht werden. Ganzer hatte bereits auf der Hauptversammlung gesagt, dass das Geschäft mit Mikrobatterien nicht dauerhaft im Unternehmen bleiben werde. Der Vollzug der Transaktion werde für Ende November erwartet.

Finanzinvestoren interessiert

Die "Financial Times Deutschland" berichtete, im Rennen um Varta Microbattery seien die Finanzinvestoren Barclays Capital und die österreichische Global Equity Partners. Der Preis für das defizitäre Geschäft werde voraussichtlich zwischen 20 Millionen und 40 Millionen Euro liegen.

Das deutsche Traditionsunternehmen Varta steckt bereits seit Jahren im Ausverkauf. 2002 war das Geschäft mit Autobatterien an den US-Konzern Johnson Controls abgestoßen worden. Die Sparte Gerätebatterien ging zunächst nur teilweise an einen US-Wettbewerber, im vergangenen Jahr trennte sich die Varta AG auch von der verbliebenen Beteiligung. Die Batterien werden weiter unter dem Markennamen Varta verkauft.

Vor dem Verkauf müssen noch die Kartellbehörden, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung der Varta-Aktionäre ihre Zustimmung erteilen. Der "FTD" zufolge hält die Deutsche Bank 70 Prozent an der Varta AG, die Familie Quandt knapp ein Viertel, der Rest sei Streubesitz.

itz/dpa/AFP

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