Ausverkauf Dax fällt auf neues Jahrestief
New York/Tokio/Frankfurt - Nach einem positiven Auftakt fiel der Index bereits in den ersten Handelsminuten ins Minus. Am Nachmittag lag der Dax kurzzeitig 1,8 Prozent im Minus und rutschte auf 3650, tiefer als bisher in diesem Jahr. Später notierte er wieder bei rund 3660 Punkten. Der TecDax gab 1,4 Prozent auf 444 Zähler nach.
Händler verwiesen auf den anhaltend hohen Ölpreis, die Furcht vor Terroranschlägen bei den Olympischen Spielen und den enttäuschenden Ausblick des US-Netzwerkausrüsters Cisco .
Technologiewerte waren die schwächsten Titel im Dax. Aktien von Infineon sackten um 5,04 Prozent auf 7,92 Euro. SAP verlor 3,27 Prozent auf 120,86 Euro.
T-Online übertrifft die Markterwartungen
Die Vorlage von Quartalsbilanzen zahlreicher M- und TecDax-Unternehmen schärfte den Blick der Investoren für die Werte der zweiten Reihe. T-Online-Papiere gewannen 2,77 Prozent auf 8,15 Euro. Der größte deutsche Internetanbieter hatte sein Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Zudem hob das Unternehmen seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Den Angaben zufolge ist der Umsatz in der ersten Jahreshälfte um zwölf Prozent auf 988,2 Millionen Euro gestiegen. Das Ebitda sei um 62 Prozent auf 248,3 Millionen Euro geklettert. Analysten hatten für die erste Jahreshälfte 2004 einen Umsatz von 991,4 Millionen Euro und ein Ebitda von 235,4 Millionen Euro prognostiziert.
Deutliche Kursverluste von jeweils mehr als acht Prozent gab es dagegen bei den TecDax-Werten FJH und Evotec.
Jenoptik bekräftigt Prognosen, Aktie gibt ab
Der Technologiekonzern Jenoptik hat seinen operativen Verlust im ersten Halbjahr eingegrenzt und seine Gesamtjahresprognose bekräftigt. Der operative Verlust im ersten Halbjahr sei auf 8,4 Millionen Euro verringert worden von 13,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte die im TecDax gelistete Jenoptik am Mittwoch in Jena mit. Die Aktie gab zuletzt rund fünf Prozent auf 5,99 Euro nach.
Der Umsatz sei auf 752,9 Millionen Euro von 665,3 Millionen in den ersten sechs Monaten 2003 gesteigert worden. Die Firma bekräftigte ihre Prognose, wonach im Gesamtjahr ein operativer Gewinn zwischen 45 und 60 Millionen Euro sowie ein Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro angestrebt werden.
Beiersdorf-Aktie stürzt ab
Die im MDax gelisteten Papiere von Beiersdorf brachen um 9,53 Prozent auf 83,40 Euro ein. Der Nivea-Hersteller hatte die Prognosen im zweiten Quartal knapp verfehlt. Douglas gewannen 2,25 Prozent auf 22,70 Euro. Der Parfümerie-, Buch- und Schmuckhändler hatte in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 2003/04 Umsatz und Ergebnis gesteigert.
Eigentlich hatte die Wall Street gute Vorgaben geliefert. Die amerikanischen Aktienmärkte hatten am Dienstag nach der zweiten Leitzinserhöhung innerhalb weniger Wochen deutliche Kursgewinne auf breiter Front verbucht.
Die US-Währungshüter haben die Tagesgeldzinsen von 1,25 Prozent auf 1,50 Prozent erhöht. Die Leitzinsen sind damit innerhalb von sechs Wochen in zwei Viertel-Prozent-Schritten aufgestockt worden. Der Offenmarktausschuss der Notenbank will seine Politik der kleinen Schritte offensichtlich weiter fortsetzen und sprach von einem gemäßigten Tempo bei der Beseitigung der Stimulierungsmaßnahmen.
Die Notenbank sieht für die kommenden Quartale etwa gleich große Risiken im Hinblick auf ein andauerndes Wirtschaftswachstum und die Preisstabilität. US-Notenbankchef Alan Greenspan und seine Kollegen verwiesen auch auf den starken Energiepreisanstieg und geringere Fortschritte im Arbeitsmarkt. Die amerikanische Wirtschaft befindet sich nach Ansicht der Währungshüter jedoch offensichtlich in den Startlöchern für ein stärkeres Wachstum.
Entsprechend reagierte die Wall Street. Der Dow Jones stieg um 130 Zähler oder 1,32 Prozent auf 9944 Punkte. Der S&P-500-Index erhöhte sich um rund 13 Zähler oder 1,30 Prozent auf 1079 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index festigte sich um 34 Zähler oder 1,92 Prozent auf 1808 Punkte. In Tokio schloss der Nikkei mit einem Plus von 95 Punkten oder 0,88 Prozent beim Stand von 11.049 Zählern.
Cisco mit "Rekordquartal"
Der Netzwerkausrüster Cisco hat mit seinem Gewinn pro Aktie (EPS) vor Sonderposten im abgelaufenen Quartal die Analystenerwartungen um einen Cent übertroffen. Cisco-Chef John Chambers sprach nach US-Börsenschluss am Dienstag von einem "Rekordquartal". Dennoch geriet die Aktie nachbörslich unter Druck und verlor 6,04 Prozent auf 19,15 US-Dollar.
Wie Finanzchef Dennis Powell während einer Telefonkonferenz nach Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse einräumte, ging die Bruttomarge des Unternehmens im Vergleich zum vorangegangenen Quartal von 68,8 auf 68,4 Prozent zurück.
Für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres stellte Powell ein Umsatzwachstum von bis zu zwei Prozent im Vergleich zum abgelaufenen Quartal in Aussicht. Die Kunden seien nicht mehr so optimistisch wie noch ein Quartal zuvor, begründete Cisco den vorsichtigen Ausblick für das laufende Geschäft. Ihr Investitionsverhalten folge der Entwicklung des wirtschaftlichen Wachstums. Möglicherweise werde das Wachstum bei den US-Regierungsaufträgen in diesem Quartal schwächer ausfallen, weil sich diese nun mehr über das Jahr verteilten.
Walt Disney profitiert von Freizeitparks
Walt Disney hat im dritten Quartal und den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2003/2004 die Gewinne dank des besseren Freizeitpark- und Kabelfernsehgeschäfts kräftig erhöht. Disney erlitt hingegen mit seinem Filmstudio wegen ausgebliebener Kassenschlager Gewinnrückschläge.
Der in Burbank (Kalifornien) ansässige Medien- und Unterhaltungskonzern erhöhte seinen Quartalsumsatz um 17 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar (6,1 Mrd. Euro), teilte er am Dienstag nach Börsenschluss mit. Der Quartalsgewinn stieg um 20 Prozent auf 604 Millionen Dollar oder 29 Cent je Aktie. Disney hat damit die Gewinnerwartungen der Analysten von 27 Cent je Aktie übertroffen.