Autoabsatz Der Stern wankt
Detroit - BMW steigerte im vergangenen Jahr seinen Absatz mit 17 Prozent von allen deutschen Autobauer am deutlichsten und übersprang damit erstmals die Marke von einer Million Fahrzeuge. Insgesamt seien 1,057 Millionen Automobile der Marken BMW und Mini an die Kunden ausgeliefert worden, hieß es in einer Mitteilung des bayerischen Konzerns. Von der Kernmarke BMW selbst wurden den Angaben zufolge mit 913.000 Fahrzeugen im abgelaufenen Jahr knapp vier Prozent mehr als 2001 verkauft worden. Die Neuauflage des Mini sei 2002 144.000 Mal aus den Läden gerollt, nachdem 2001 - im Jahr der Einführung - 24.980 Einheiten verkauft worden waren.
BWM-Chef Helmut Panke sagte, BMW gehe auch für 2003 von einem überdurchschnittlichen Wachstum des Premiumsegments aus. Für BMW sei dies eine hervorragende Ausgangsposition, um die dynamische Entwicklung fortzusetzen. Der Mini war zuvor von Journalisten zum Auto des Jahres in Nordamerika gewählt worden.
Die Premium-Marke von DaimlerChrysler, Mercedes-Benz, verkaufte indes im vergangenen Jahr mit 1,23 Millionen Fahrzeugen inklusive der Kleinwagenmarke Smart nur knapp 3000 mehr Wagen als im Vorjahr. Die Verkaufszahlen von Mercedes allein lagen bei 1,1 Millionen Autos und sanken damit leicht um 3000 Fahrzeuge. Für die Steigerung war also allein der Absatzanstieg des Smart um fünf Prozent auf 122.300 Autos verantwortlich.
Die VW-Tochter Audi hatte bereits am Sonntag Absatzzahlen vorgelegt. Das Ingolstädter Unternehmen konnte im vergangenen Jahr mit 741.700 Wagen der Stammmarke gut zwei Prozent mehr verkaufen. Dies sei das siebte Rekordjahr in Folge, hieß es in einer Mitteilung. Einschließlich der italienischen Sportwagen der Marke Lamborghini und dem Absatz des Importeurs Autogerma setzte die Audi-Gruppe 2002 weltweit etwas mehr als 995.000 Fahrzeuge ab.
Auch VW rechnet in diesem Jahr wieder mit steigenden Absatzzahlen und setzt dabei unter anderem mit der Limousine "Phaeton" ebenfalls auf das Luxussegment. Die Wolfsburger mussten als einziger deutscher Autokonzern Absatzeinbußen melden, sie verkauften zwei Prozent weniger und damit erstmals seit Jahren wieder weniger als fünf Millionen Fahrzeuge. VW-Chef Bernd Pischetsrieder will nach 4,98 Millionen Einheiten 2002 in diesem Jahr wieder mehr als fünf Millionen Autos verkaufen und setzt dabei auf insgesamt 20 neue Modelle aller Konzernmarken. Pischetsrieder erwartet, dass 2003 weltweit wieder rund 38 Millionen Autos verkauft werden.
Für den US-Automarkt rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) trotz eines immer härteren Wettbewerbs mit einer Steigerung des Marktanteils deutscher Hersteller von derzeit 5,5 Prozent auf 6,5 Prozent im nächsten Jahr. VDA-Geschäftsführer Kunibert Schmidt sagte, neben dem klassischen Feld der Premium-Fahrzeuge als stabiler Absatzbasis stießen alle deutschen Anbieter mit neuen Modellen in bislang nicht oder nur schwach besetzte Nischen vor. Nach seinen Angaben haben die deutschen Hersteller 2002 in den USA 917.400 Einheiten abgesetzt nach 881.800 im Vorjahr.