Autobauer: GM sieht Opel als Hoffnungsträger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Autobauer GM sieht Opel als Hoffnungsträger

Der angeschlagene Autobauer General Motors sieht erste Anzeichen, dass der Sanierungsplan greift. Im Europa-Geschäft wird GM in diesem Jahr zwar noch einen deutlichen Verlust verbuchen - die deutsche Tochter Opel entwickelt sich aber positiv.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Detroit - Er rechne weiterhin mit einem Minus von etwa 500 Millionen Dollar, sagte der Chef von GM-Europe, Fritz Henderson, dem "Wall Street Journal Europe". Obwohl der Absatz im Mai zurückging, sieht er das Europa-Geschäft von General Motors   mit der deutschen Tochter Opel im Aufwärtstrend.

"Es gibt Anzeichen einer Trendwende", so Henderson. GM sei derzeit in Europa auf einer positiven Kurve, aber noch nicht "auf einem akzeptablen Niveau."

Von den Europa-Töchtern entwickelt sich derzeit vor allem die wichtigste Tochter Opel positiv. Nach den jüngsten Zahlen des europäischen Herstellerverbandes ACEA liegen der deutsche Hersteller und seine britische Schwester Vauxhall in den ersten fünf Monaten bei den Neuzulassungen um 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, während es für die schwedische Premiummarke Saab um 6 Prozent abwärts ging.

Portfolio von Saab erweitern

Seine wichtigste Aufgabe sei es nun, dass die Marken Opel und Vauxhall wieder zu alter Stärke zurückfänden, sagte der Europa-Chef. Ebenso müsse das Portfolio von Saab, wo seit Jahren Verluste anfallen, erweitert werden. Eine Schlüsselrolle komme auch der Marke Chevrolet zu, unter deren Dach GM die frühere koreanische Marke Daewoo derzeit aggressiv vermarktet.

Zu Spekulationen über seine eigene Zukunft an der Spitze des GM-Europageschäfts wollte sich Henderson nicht äußern. Er arbeite gerne unter der Führung von Konzernchef Rick Wagoner, betonte er.

Strikter Sparkurs auch in USA

Beobachter gehen davon aus, dass Hendersons Zukunft mit der Sanierung des Europa-Geschäfts steht und fällt. Sollte es ihm gelingen, das Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen bringen, könnte ihm nach Meinung von Analysten ein besserer Job in der Zentrale in Detroit winken. "Henderson hat eine große Zukunft vor sich, sollte er die Wende in Europa schaffen", zitiert das "Wall Street Journal Europe" einen Analysten.

Erst kürzlich hatte GM-Konzernchef Rick Wagoner angekündigt, dass bei GM jährlich rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa zwei Milliarden Euro) eingespart werden sollen. Der Sparplan bedeute, dass mehrere Fabrikanlagen in den USA geschlossen werden müssten.

Milliardenlast aus Pensionen und Krankenversicherung

General Motors befindet sich in einer schweren Krise. Der Konzern muss wie viele andere große Konzerne erhebliche Belastungen für die Altersversorgung sowie für die Krankenversicherungszusagen für ehemalige Arbeitnehmer tragen. Die Absatzkrise und der hohe Benzinpreis haben die Probleme des Konzerns noch verschärft.

Die Sanierung des ebenfalls angeschlagenen Europageschäftes des Konzerns gilt inzwischen im Konzern als Vorbild für die Sanierung der wesentlich größeren US-Sektion. In Europa hatte der Konzern den Abbau von 9500 Stellen durchgesetzt und die Arbeitskosten durch Zugeständnisse der Arbeitnehmer deutlich gesenkt.