Autobauer in der Krise: Peugeot halbiert Gewinnprognose - DER SPIEGEL
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Autobauer in der Krise Peugeot halbiert Gewinnprognose

Neue Hiobsbotschaften vom Automarkt: Der französische Konzern Peugeot hat seine Gewinnprognose drastisch zurückgeschraubt. Auch Volvo und Renault rüsten sich für eine düstere Zukunft. Am Donnerstag hatte schon Daimler seine Erlösziele gesenkt - zum zweiten Mal in wenigen Monaten.
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Paris - Der französische Autobauer Peugeot   hat die Prognose für seine Margen drastisch gekürzt. Man erwarte nur noch eine Marge von 1,3 Prozent anstatt der früher angepeilten 3,5 Prozent, teilte der Konzern am Freitag mit. Der Absatz werde in 2008 rund 3,5 Prozent unter dem Niveau von 2007 liegen. "Massive" Produktionskürzungen im vierten Quartal seien geplant. Im dritten Quartal setzte Peugeot mit 13,3 Milliarden Euro binnen Jahresfrist 5,2 Prozent weniger um.

Der französische Autobauer Renault   blickt ebenfalls skeptisch in die nahe Zukunft. Die Ziele für die operative Marge 2008 würden auf 2,5 bis 3,0 Prozent gesenkt, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit.

Der weltweit zweitgrößte Lastwagenhersteller Volvo   hat einen Gewinnrückgang von über 36 Prozent eingefahren und seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach unten geschraubt. Für Nordamerika rechnet der schwedische Konzern mit einen Absatzrückgang von rund zehn Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Auch in Europa seien die Verkaufszahlen bereits deutlich zurückgegangen.

Der Autobauer Daimler   hatte bereits am Donnerstag seine Ziele für das laufende Jahr zurückgeschraubt. Für 2008 werde nur noch mit einem operativen Ergebnis von mehr als sechs Milliarden Euro gerechnet. Grund seien desaströse Quartalszahlen. Es war bereits die zweite Gewinnwarnung binnen weniger Monate. Die Daimler-Aktie stürzte in der Folge um bis zu acht Prozent ab.

Nach Daimlers Gewinnwarnung verkündete auch Fiat  , man befürchte im kommenden Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch. Der italienische Auto- und Industriekonzern warnte, das Ergebnis könne im schlimmsten Fall um 65 Prozent nachgeben. Obwohl Fiat diese Aussage mit "Worst-Case-Szenario" beschrieb, interpretierten Analysten es als klare Gewinnwarnung.

Der japanische Autohersteller Toyota   meldete ebenfalls Schlechtes: Von Januar bis September verkaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben nur 75.273 Fahrzeuge in Deutschland. Das entspreche einem Minus von rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sagte eine Konzern-Sprecherin. Der Absatzeinbruch sei auch darauf zurückzuführen, dass Toyota in diesem Jahr keine neuen Volumenmodelle auf den Markt gebracht habe.

Die Finanzkrise hat die deutsche Autoindustrie schwer getroffen: Nahezu wöchentlich berichten die Hersteller derzeit von Absatzeinbrüchen, Gewinnwarnungen und Produktionsstopps. Doch die wahren Branchenprobleme liegen tiefer. Immer mehr Kunden wählen kleinere Modelle, die Bürger fahren insgesamt weniger Auto und noch hat kein deutscher Hersteller ein zukunftsweisendes Auto für die Zeit nach Benzin und Diesel im Programm, die Entwicklung verschlingt Milliarden.

ssu/Reuters