Autobauer-Krise Absatzeinbruch bei BMW
München - Der Autokonzern BMW hat im vergangenen Monat fast ein Viertel weniger Autos abgesetzt als im Vorjahresmonat. Weltweit verkaufte das Münchener Unternehmen im Februar rund 80.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Das entspricht einem Minus von 24,4 Prozent.
Auch in den ersten beiden Monaten dieses Jahres zusammen verkaufte BMW mit knapp 160.000 Fahrzeugen fast ein Viertel weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Vor dem Hintergrund der anhaltenden internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise sei ein Absatzrückgang dieser Größenordnung erwartet worden, hieß es bei BMW.
Anders als zahlreiche Konkurrenten konnte der Autohersteller nicht von der Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge profitieren. Diese hat bei vielen anderen Autofirmen teils für einen Käuferansturm gesorgt.
Die Hauptmarke BMW gehört allerdings zum Premiumsegment. Käufer, die sich von der Prämie locken lassen, orientieren sich eher in günstigeren Preisklassen.
Doch nicht mal der Kleinwagen Mini konnte mit der Abwrackprämie Käufer locken. Der Mini verbuchte ein Absatzminus von fast 30 Prozent auf knapp 12.000 Einheiten. Hoffnungen setzt das Unternehmen jetzt auf das neue Mini Cabrio, das von Ende März an die Modellpalette ergänzen und den Absatz voranbringen soll.
Ausweitung der Kurzarbeit?
Unabhängig von der Abwrackprämie ist die Absatzkrise der Automobilindustrie nicht allein das Problem von BMW. Auch andere Hersteller kämpfen seit vergangenem Herbst mit massiven Absatzproblemen wegen der globalen Krise.
BMW-Chef Norbert Reithofer hatte bereits auf dem Genfer Autosalon signalisiert, dass sich die Verkäufe im Februar ähnlich schwach entwickelt haben wie im Januar. Das Unternehmen prüft deshalb eine Ausweitung der Kurzarbeit auch nach dem März.
Bisherigen Planungen zufolge wollte der Konzern die Produktion im Februar und März um rund 38.000 Fahrzeuge drosseln. Zuletzt waren rund 27.000 Beschäftigte an den Standorten Dingolfing, Regensburg, München, Landshut und Berlin von Kurzarbeit betroffen.
Positive Entwicklung in China
Positive Signale gab es in den Entwicklungsländern und bei der Nobelmarke Rolls-Royce. Während BMW in den reifen Märkten die Krise durch empfindliche Einbußen zu spüren bekam, legten die Verkäufe beispielsweise in China um mehr als 10 Prozent zu.
Auch für die Marke Rolls-Royce konnte das Unternehmen mehr Käufer gewinnen. Im Februar wurden 67 Exemplare der Luxus-Limousine in Kundenhand übergeben - 10 mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten beiden Monaten lag der Absatz mit 104 Rolls-Royce ebenfalls über dem Vorjahreszeitraum von 98 verkauften Einheiten.