Autobauer: Porsche-Eigentümer favorisieren Einstieg von Katar - DER SPIEGEL
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Autobauer Porsche-Eigentümer favorisieren Einstieg von Katar

Eine Beteiligung von Katar bei Porsche rückt näher: Nach SPIEGEL-Informationen votieren die Eigentümerfamilien Porsche-Piëch mehrheitlich für den Einstieg des Emirats bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer. Es wäre das erste Mal, dass Außenstehende Porsche-Stammaktien besitzen.
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Hamburg - Der Einstieg eines externen Investors bei Porsche   rückt näher: Nach SPIEGEL-Informationen ist eine eindeutige Mehrheit der Familien Porsche und Piëch dafür, dass das Emirat Katar im Zuge einer Kapitalerhöhung gut 25 Prozent der Porsche-Stammaktien erwerben kann.

Porsche-Logo: Katar will sich beteiligen

Porsche-Logo: Katar will sich beteiligen

Foto: ddp

Auch Ferdinand Piëch, der dem Projekt skeptisch gegenübersteht, kann es nicht mehr aufhalten. Nur gemeinsam mit seinem Bruder Hans Michel Piëch verfügt er über eine Sperrminorität, gegen die der Clan nichts entscheiden kann. Aber Hans Michel, der zuvor mit Wolfgang Porsche den Emir Hamad al-Thani in Doha besucht hatte, ist ebenfalls für einen Einstieg Katars.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte den Familien Porsche und Piëch am 7. Juni in Salzburg das Konzept für das Engagement Katars vorgestellt und sie auf die Dringlichkeit der Geldbeschaffung hingewiesen: "Sie müssen jetzt schnell entscheiden." Das Emirat Katar und dessen Berater von der Credit Suisse   haben ihre Buchprüfung bei Porsche, die sogenannte Due Diligence, bereits am 8. Juni abgeschlossen.

Wiedekings Zeitplan sieht vor, dass auf einer Sondersitzung des Porsche-Aufsichtsrats Anfang Juli die Kapitalerhöhung beschlossen werden könnte. Auf einer eigens einberufenen Hauptversammlung Anfang September sollten die Aktionäre dem Projekt dann zustimmen. Und spätestens im November könnten vier bis fünf Milliarden Euro aus der Kapitalerhöhung auf Porsche-Konten fließen.

Es wäre das erste Mal, dass Außenstehende Stammaktien an Porsche besitzen können, die bislang ausschließlich von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden. Selbst in der Krise 1992, als Porsche die Pleite drohte, waren sie nicht bereit, das Unternehmen an Toyota zu verkaufen. Der japanische Hersteller hatte den Familien nach SPIEGEL-Informationen damals 1,5 Milliarden D-Mark angeboten.

Porsche hat sich bei der geplanten Übernahme von Volkswagen   verhoben und kämpft nun mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Die Stuttgarter Sportwagenschmiede besitzt knapp 51 Prozent der Anteile an Europas größtem Autobauer und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über rund 24 Prozent.

Zwei Konzerne im Vergleich

Neben der Suche nach einem Investor versucht Porsche auch, sich bei der staatseigenen KfW-Bank einen Kredit von 1,75 Milliarden Euro zu sichern. Über die Vergabe muss jedoch zuvor der Lenkungsausschuss des Wirtschaftsfonds entscheiden. Die Beratungen darüber dauern an.