Autobauer Scheichs erwägen Einstieg bei Porsche
Doha - Die Querelen bei Porsche rufen neue mögliche Investoren auf den Plan: Das Emirat Katar erwägt nach den Worten seines Ministerpräsidenten einen Einstieg beim dem hochverschuldeten Sportwagenbauer Porsche. Auch andere deutsche Hersteller seien interessant.
Porsche-Logo: Scheichs prüfen Investment
Foto: DPA"Diese Angelegenheit wird derzeit geprüft", sagte Scheich Hamad Bin Jassem al-Thani der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Aus juristischen Gründen könne er jedoch nicht mehr dazu sagen.
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Presseberichte über mögliche Porsche-Investoren aus der Golfregion gegeben. Porsche wollte zu den Berichten keine Stellung nehmen. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge gebe es aber "aussichtsreiche Gespräche" mit einem potentiellen Investor aus dem Nahen Osten. Außer Katar wurde auch das Emirat Abu Dhabi genannt.
Porsche ist mit neun Milliarden Euro verschuldet. Das Unternehmen hatte sich bei der ursprünglich geplanten Übernahme von Volkswagen finanziell übernommen. Angesichts der Schieflage verhandelt Porsche deswegen mit Volkswagen über eine Fusion auf Augenhöhe. Durch die Verschmelzung soll ein integrierter Autokonzern entstehen.
Das allerdings könnte für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit einem Machtverlust einhergehen. Deswegen verhandeln die Stuttgarter parallel auch mit externen Investoren. Die Suche nach einem Geldgeber hatte zuletzt zum Streit zwischen den Porsche-Eigentümerfamilien Piëch und Porsche geführt. Ferdinand Piëch, der auch Aufsichtsratschef von VW ist, hatte sich gegen die Investorensuche ausgesprochen, sein Cousin Wolfgang Porsche war dafür.