Autobauer VW-Absatz in China bricht ein
Shanghai - Mit 564.300 abgesetzten Fahrzeugen sei die Zahl der in China verkauften Autos im zweiten Jahr in Folge rückläufig gewesen, sagten Vertretern des Volkswagen-Konzerns heute in Shanghai. Das VW-Joint-Venture in Shanghai verbuchte 2005 einen Absatzrückgang von 19 Prozent. Den Einbruch konnte das zweite Gemeinschaftsunternehmen, die FAW Volkswagen Automotive im Norden des Landes, mit einem Verkaufsplus von drei Prozent nicht ausgleichen. Zusammengenommen ergab sich ein Verkaufsminus von rund 14 Prozent.
Damit setzt sich der Negativtrend für die Wolfsburger in China fort. 2004 hat der Autobauer noch 655.000 Fahrzeuge im drittgrößten Automarkt der Welt verkauft und im Vorjahresvergleich ein Minus von zehn Prozent verbucht. Bei Prognosen für das laufende Jahr geben sich die Verantwortlichen entsprechend vorsichtig. 2006 wolle VW mehr Fahrzeuge verkaufen, hieß es lediglich.
Volkswagen war lange Zeit gemessen am Absatz der größte ausländische Anbieter in China. Zumindest 2005 ist der Autobauer allerdings vom US-Konkurrenten General Motors überholt worden. Die Amerikaner verkauften im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben von heute 665.390 Fahrzeugen, ein Plus von satten 35,2 Prozent.
China galt bislang als Wachstumsland für die Autoindustrie. Allerdings mehren sich die Zeichen für eine Abkühlung. Automanager sehen den Fahrzeugboom in China einer Umfrage zufolge langsam zu Ende gehen. Knapp zwei Drittel der 140 von der Unternehmensberatung KPMG befragten Automobilhersteller und -zulieferer in Nordamerika, Europa und Asien sind davon überzeugt, dass das Pkw-Angebot in China bereits wesentlich höher ist als die Nachfrage.