Autobauer VW-Chef Bernhard erhöht den Spardruck
Wolfsburg - "Für den Markterfolg fehlen uns noch rund 850 Euro Kostensenkung pro Fahrzeug, die wir produktseitig nicht mehr schließen können. Zurzeit laufen die Gespräche mit dem Betriebsrat, diese 850 Euro mit Maßnahmen zu belegen", sagte Bernhard in der VW-Mitarbeiter-Zeitung "Autogramm".
Der VW-Markenchef nannte einen straffen Zeitplan, der erfüllt werden müsse. "Wir müssen mit den Gesprächen bis zum 20. August zu einem Ergebnis kommen, damit wir dieses tolle Auto endgültig beschließen können."
Bernhard deutete andere Zugeständnisse des Unternehmens an, wenn man zu einer Einigung komme: "Eine schnelle Einigung würde uns ermutigen, mit weiteren Produktvorschlägen zur Sicherung der Beschäftigung an den Betriebsrat in Wolfsburg heranzutreten."
Beobachter rechnen angesichts hoher Kosten dagegen mit einem Jobabbau bei Volkswagen. Der Konzern müsste mehr als jede zehnte Stelle in Deutschland abbauen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, dem "Hamburger Abendblatt". "Volkswagen hat allein in Deutschland einen Personalüberhang von mindestens 15.000 Mitarbeitern", sagte Dudenhöffer. Der Autobauer beschäftigt in hierzulande gut 120.000 Menschen.
Nach Berechnungen Dudenhöffers müssten die Personalkosten im Konzern insgesamt "um 20 Prozent" gesenkt werden. Volkswagen müsse bei dieser Kostenreduzierung auf das Niveau anderer Volumenhersteller wie Opel oder Ford kommen, um effizient arbeiten zu können, sagte Dudenhöffer.