Autofabriken: Proteste zeigen Grenzen der "Lean Production" - DER SPIEGEL
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Autofabriken Proteste zeigen Grenzen der "Lean Production"

Die europaweiten Blockaden und Streiks der Spediteure haben die Schwachstellen der schlanken Produktion offen gelegt. Schon das Fehlen weniger Teile kann die Fließbänder zum Stillstand bringen.
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Frankfurt am Main - Bei Opel mussten am Donnerstag und am Freitag im Stammwerk Rüsselsheim und in Bochum wegen Lieferengpässen bei bestimmten Teilen die Bänder angehalten werden. Der Gesamtbetriebsrat (GBR) verlangt nun vom Vorstand der Adam Opel AG rasche Konsequenzen. "Das gesamte logistische System muss überdacht werden", sagte der GBR-Vorsitzende Klaus Franz.

Die Arbeitnehmervertreter wollen Vorrat für mindestens drei Tage, um Produktionsunterbrechungen schon bei "kleinsten Abweichungen" von der Planung ausgleichen zu können. Darüber hinaus fordern sie für jeden europäischen Zulieferer einen zusätzlichen Lieferanten mit deutschem Standort.

"Derzeit liegt der Puffer für bestimmte Teile lediglich bei vier- bis fünf Stunden", kritisiert Franz. Die Produktionsunterbrechungen haben deshalb auch die Schwesterfabriken in Luton/Großbritannien und Antwerpen erreicht. "Ein Großteil des Lagers befindet sich bei der Anwendung der schlanken Produktion mittlerweile auf der Autobahn oder auf der Schiene." Jede Unterbrechung koste Millionen und verprelle zudem Kunden.

Der stellvertretende Opel-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Strinz hält die Forderung der Betriebsräte für "überzogen und simplifiziert". Allein die Ausweitung der Zahl der Zulieferer brächte Kostensteigerungen in Millionenhöhe. Für jeden weiteren Lieferanten müssten nämlich hochwertige Werkzeuge angefertigt werden. "Auf dem derzeit hart umkämpften Pkw-Markt ist das völlig unrealistisch", sagte Strinz. Das logistische System werde ohnehin ständig überprüft und optimiert. "Die Maximalforderung der Betriebsräte bringt uns aber nicht weiter."

In der Branche ist in diesem Zusammenhang der Verdacht aufgekommen, die deutsche Tochter von General Motors (GM) nutze die Blockaden der Spediteure, um Absatzprobleme zu verschleiern. "Völliger Unsinn", kontert der GBR-Vorsitzende Franz. Das Modell Zafira laufe derzeit so gut, dass für Bochum 28 Sonderschichten vereinbart werden mussten. "Die Fahrzeuge sind bereits verkauft, die Kunden warten, warum sollten wir dann ausgerechnet in Bochum die Produktion anhalten?"