Autoindustrie: Bosch reagiert mit Kurzarbeit auf die Absatzflaute - DER SPIEGEL
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Autoindustrie Bosch reagiert mit Kurzarbeit auf die Absatzflaute

Neue Hiobsbotschaft in der Autoindustrie: Bei Bosch könnten bis zu 9000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. Neben dem Autozulieferer haben sich noch andere Konzerne für dieses Mittel entschieden - von Daimler bis ThyssenKrupp.
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Stuttgart - Für die vier Standorte Reutlingen, Bamberg, Salzgitter und Eisenach habe der weltgrößte Autozulieferer Kurzarbeit beantragt, sagte ein Bosch-Sprecher am Montag. Ob das Unternehmen diese Möglichkeit vollständig nutzt, hänge von den aktuellen Abrufzahlen der Autobauer ab. Im Dezember und Januar hatte Bosch bereits Zehntausende Beschäftigte in verlängerte Weihnachtsferien geschickt.

Von der Kurzarbeit könnten in Reutlingen (Baden-Württemberg) 4000 von 7000 Beschäftigten betroffen sein. An dem Standort werden Dieseleinspritzpumpen und Autoelektronik produziert. In Salzgitter (Niedersachsen) wurde für 1000 von 1700 Mitarbeitern Kurzarbeit beantragt; in Eisenach (Thüringen) sind 500 der rund 1500 Beschäftigten betroffen. Im bayerischen Bamberg, wo vor allem Dieselkomponenten hergestellt werden, arbeiten bereits seit Anfang November 3500 der 8000 Beschäftigten kurz.

Bosch hat weltweit rund 270.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn lag beim Rekordwert von 3,8 Milliarden Euro. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte angekündigt, der Konzern werde für 2008 einen Gewinneinbruch und einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Auch für das laufende Jahr rechnet er nicht mit Wachstum. "Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir zusätzliche Sparmaßnahmen ergreifen müssen, um den zunehmenden Ertragsdruck abzufangen", hatte Fehrenbach in einer Mitarbeiterzeitung geschrieben.

Bosch ist mit Kurzarbeit keinesfalls allein. Um die teils dramatischen Einbrüche in Folge der Weltwirtschaftskrise abzufedern, setzen gleich mehrere deutsche Unternehmen auf die Beschäftigungsform (siehe Kasten). Bei Daimler arbeiten Tausende Mitarbeiter ab dem heutigen Montag kürzer. Thyssen-Krupp hat viele Beschäftigte der Stahlsparte in Kurzarbeit geschickt, im Februar will der Konzern wegen der Absatzkrise noch mehr Angestellte kürzer arbeiten lassen. Auch der Autozulieferer und Bosch-Konkurrent Continental hat für die Mehrzahl seiner 50 deutschen Standorte Kurzarbeit beantragt.

Beim weltgrößten Chemiekonzern BASF nehmen die Mitarbeiter vermehrt Urlaub und entlasten ihre Arbeitszeitkonten, sagte ein Sprecher. Wenn diese Instrumente ausgeschöpft seien, könne Kurzarbeit aber auch hier nicht ausgeschlossen werden.

cwi/dpa/AP