Autoindustrie China übertrumpft deutsche Hersteller
Essen - China wird dieses Jahr mit knapp 5,9 Millionen produzierten Autos und leichten Nutzfahrzeugen Deutschland (5,38 Millionen) vom dritten Platz weltweit verdrängen. Gleichzeitig werde Volkswagen mit einer Steigerung um 13 Prozent auf 3,8 Millionen produzierte Fahrzeuge die General Motors gehörende Marke Chevrolet (3,76 Millionen) überholen und auf Platz drei vorrücken, berichtete das Essener Marktforschungsunternehmen Polk Marketing Systems. Platz eins und zwei belegen die Marken Toyota (7,5 Millionen) und Ford (4,9 Millionen).
Der Studie zufolge bleiben die USA mit gut 11 Millionen Fahrzeugen im Jahr das größte Produktionsland, gefolgt von Japan mit 10,63 Millionen Autos. Weltweit werde 2006 mit der Produktion von mehr als 64 Millionen Autos und leichten Nutzfahrzeugen ein neuer Rekord aufgestellt. Maßgeblichen Anteil daran habe die boomende chinesische Automobilindustrie. Die Essener Forscher erwarten, dass China innerhalb der kommenden zehn Jahre die Marke von zehn Millionen und damit etwa das Niveau der USA und Japans erreichen wird.
Wegen der Krise beim US-Autobauer Ford drohen im Kölner Motorenwerk von Ford Kurzarbeit. Als Grund nannte der Betriebsrat die Krise der Konzern-Mutter auf dem nordamerikanischen Markt. "Für den Dezember wird ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt, der voraussichtlich elf Tage beinhalten wird, um das entsprechend reduzierte Jahresbauvolumen abdecken zu können", hieß es in einer Mitteilung von Betriebsratschef Dieter Hinkelmann. Zudem werde das Kölner Motorenwerk ab Oktober "in zwei gleich starken, aber reduzierten Schichten" produzieren. Die betroffenen Mitarbeiter sollen in andere Werksbereiche versetzt werden.
In dem Werk in Köln stellen nach Unternehmensangaben derzeit 1058 Mitarbeiter 1330 Motoren pro Tag her - ausschließlich für die Modelle Ranger, Explorer und Mustang. Auf Grund der reduzierten Abrufe aus den USA für den 4-Liter-Motor werde das tägliche Bauprogramm im Oktober auf 1160 Einheiten pro Tag abgesenkt, erläuterte Hinkelmann. "Eventuelle Auswirkungen auf das Motorenwerk sind ganz klar auf den rückläufigen Absatz von Ranger-, Explorer- und Mustang-Modellen in den USA zurückzuführen", sagte Unternehmenssprecherin Beate Falk.
Der US-Konzern Ford hatte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1,4 Milliarden Dollar Verlust erlitten, den Löwenanteil davon in Nordamerika. Es gab starke US-Absatzeinbußen und seit zehn Jahren andauernde Marktanteilverluste im heimischen Markt. Ford Europa und Südamerika hingegen werden nach Unternehmensangaben 2006 "solid profitabel" sein. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres habe Ford Europa einen Gewinn von 196 Millionen US-Dollar erzielt, hieß es weiter.
tim/dpa/dpa-AFX