Autokonzern Daewoo ist zahlungsunfähig
Seoul - Zuvor hatte die Betriebsgewerkschaft die geplanten Rationalisierungsschritte beim zweitgrößten Autobauer des Landes abgelehnt. Das Unternehmen war am Dienstag am zweiten Tag in Folge in Zahlungsverzug geraten.
Als nächster Schritt wurde nach Angaben der Hauptgläubigerbank Korea Development Bank (KDB) erwartet, dass Daewoo innerhalb einer Woche unter Gläubigerschutz gestellt werde. Das Unternehmen werde voraussichtlich einen Antrag auf Zwangsverwaltung stellen, unter der die Schulden eingefroren würden, sagte ein Sprecher des Instituts. Es liege dann in der Entscheidung des zuständigen Gerichtes, "ob Daewoo liquidiert oder reorganisiert wird".
Seit Mitte des vergangenen Jahres lief für Daewoo Motor bereits ein Programm zur Schuldenrestrukturierung. Die aufgelaufenen Verbindlichkeiten des Unternehmens werden mit knapp 18 Billionen Won (etwa 36 Milliarden Mark) beziffert.
Unternehmensleitung und Gewerkschaft hatten in der Nacht zum Mittwoch bei neuen Krisengesprächen kein Abkommen über Stellenstreichungen erzielen können. Der jüngste Restrukturierungsplan des Managements sah die Entlassung von knapp einem Fünftel oder 3500 Beschäftigten sowie Lohnkürzungen vor.
Die Gläubiger hatten weitere Finanzhilfen an die Zustimmung der Gewerkschaft zu den Restrukturierungsplänen des Unternehmens geknüpft.