Autokonzern Ford fährt Milliardenverlust ein
Dearborn - Rund 1,2 Milliarden Dollar (970 Millionen Euro) Verlust habe Ford im ersten Quartal 2006 gemacht, teilte das Unternehmen heute mit. Im Vorjahreszeitraum hatte Ford noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar oder 60 Cent je Aktie verbucht. Das jetzige Quartalsergebnis ist das schlechteste seit mehr als vier Jahren.
Die Restrukturierungskosten bezifferte das Unternehmen auf 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern. Ohne diese Belastung hätte sich der Gewinn auf 458 Millionen Dollar belaufen. Der Autobauer, der vor allem auf seinem Heimatmarkt unter sinkenden Absatzzahlen und hohen Kosten leidet, will bis 2012 insgesamt 14 Werke schließen und 30.000 Jobs abbauen. Der Umsatz verringerte sich im ersten Quartal um 9 Prozent auf 41,1 Milliarden Dollar. Weltweit setzte der Konzern trotz der Schwäche auf dem Heimatmarkt 1,7 Millionen Fahrzeuge und damit 3 Prozent mehr als im Vorjahr ab.
Ein dickes Minus von 2,9 Milliarden Dollar vor Steuern fuhr Ford im Autogeschäft in Nordamerika ein. Als Ursachen nannte der Konzern vor allem sinkende Absätze und Kosten für Werksschließungen.
Insgesamt musste Ford im Autogeschäft ein Minus von 2,7 Milliarden Dollar vor Steuern hinnehmen. Im Kreditgeschäft wurde ein Gewinn von 479 Millionen Dollar erzielt.
Vorstandschef Bill Ford bekräftigte das Ziel, dass das Autogeschäft in Nordamerika spätestens 2008 wieder profitabel sein solle. Ford räumte aber ein, dass die Restrukturierung nicht ohne Risiken sei und sich nicht sofort finanziell auswirken werde.
Die von dem Autohersteller vorgelegten Zahlen stehen in Kontrast zu den am Vortag von dem größten amerikanischen Autokonzern General Motors (GM) präsentierten Daten. Zwar hatte GM den sechsten Quartalsverlust in Folge eingefahren. Das Minus fiel mit 323 Millionen Dollar aber deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum mit 1,3 Milliarden Dollar.
kaz/AP